Erschienen in Ausgabe 6-2017Köpfe & Positionen

Messages der Menschlichkeit

Politik und Wirtschaft über soziales Denken auf digitalen Märkten

Versicherungswirtschaft

Lesen Sie den vollständigen Artikel

Erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln unserer Fachzeitschriften und Publikationen.

Republica Berlin: Zivilcourage gegen Fake-News

Auch wenn Daimler inzwischen als Hauptsponsor auftritt und der Daten-Riese Google den besten Messestand besetzt, wurde die diesjährige Netzkonferenz Republica vom Idealismus getragen. Das spiegelte sich im Motto „Love Out Loud“ wider, das zu digitaler Zivilcourage gegen Hatespeech und Fakenews aufrief. Dahinter steckt die Sehnsucht, das Internet zu einem besseren Ort zu machen. „Wir wollen die Welt, auch die virtuelle, noch immer nicht den Bösen überlassen“, erklärte Republica-Gründerin Tanja Haeusler. „Es mag sein, dass wir jetzt professioneller sind als damals, aber erwachsen sind wir noch lange nicht.“
So passt es ins Bild, dass 50 Prozent der Besucher von Deutschlands größtem Internet-Kongress das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) befürworten. In Zukunft würden Maschinen den Menschen die Arbeit abnehmen, glaubt die Netzgemeinde. Ob der Gedanke kindisch oder fortschritlich ist, Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles ist vom Gegenteil überzeugt – lieber möchte sie ein „Startguthaben“ einführen. Ihr Auftritt war Teil der groß angelegten Regierungskampagne „Arbeiten 4.0“. Nicht nur die Erwerbsarbeit, sondern auch die Absicherung von Risiken wie Arbeitslosigkeit und Erwerbsunfähigkeit standen dabei zur Diskussion. 1.500 Euro pro Monat ohne Gegenleistung und Bedarfsnachweis, das würden Bürger nach Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens erhalten.
Andrea Nahles war extra in die „Höhle des Löwen“ nach Berlin gekommen, um die versammelte Netzgemeinde von den Nachteilen des BGEs zu überzeugen. Das Grundeinkommen koste zu viel, werde nicht für höhere Löhne sorgen, vielmehr subventioniere es Lohndumping. Schwarzarbeit werde so noch zunehmen. Ihr letztes Argument bringt den bis auf den letzten Platz besetzten Saal zum Lachen: „Ich persönlich will es nicht haben. Ich möchte unabhängig sein“, überrascht Nahles das Publikum. Ihr Gegenvorschlag „Startguthaben“ setzt auf die Selbstständigkeit und den Unternehmergeist der Bürger. „Der Einzelne soll möglichst frei entscheiden“, so Nahles. Geht es nach ihr bekommt jeder Bürger ab 18 Jahren einmalig 15.000 bis 20.000 Euro – unabhängig von Herkunft oder Einkommen – gutgeschrieben.

Swiss Re Get-Together, München: Auf Tuchfühlung

Der Schweizer Rückversicherer hat seine deutschen Kunden, Versicherungsvorstände aus P&C und L&H in das geschichtsträchtige Gebäude der Vertretung des Freistaates Bayern eingeladen. Vor exklusivem Kundenkreis ging Jean-Jacques Henchoz (r…