Erschienen in Ausgabe 6-2017Unternehmen & Management

VIG: Beitragszuwächse in Teilen von Mittel- und Osteuropa – Gewinn legt vor allem durch Einmaleffekt zu

Von Reinhold MüllerVersicherungswirtschaft

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Die Vienna Insurance Group (VIG) musste im Geschäftsbericht für das Jahr 2016 die Ergebnisse von 2014 und 2015 anpassen. Ein Grund dafür ist ein im August 2016 ergangener Bescheid der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA), in dem festgestellt wurde, dass die Abbildung der Beteiligungen an Gemeinnützigen Gesellschaften in diesen Konzernabschlüssen nicht IFRS-konform war. Die notwendigen Anpassungen wirkten sich u.a. in einer rückwirkenden Verringerung des Goodwills zum 31. Dezember 2015 in Höhe 90,6 Mio. Euro aus sowie des Eigenkapitals um den gleichen Betrag, aber ebenso bei zahlreichen anderen Werten in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung. Außerdem hat die VIG mit Beginn des Berichtsjahres die Konzernsteuerung und das laufende Reporting an den Konzernvorstand ausschließlich auf Länder­ebene umgestellt. Danach hat die Gruppe die verrechneten Prämieneinnahmen im Berichtsjahr um 0,3% gesteigert. Ohne Berücksichtigung des Rückgangs bei den Einmalbeiträgen in der Lebensversicherung liege das Prämienwachstum im Konzern jedoch bei 4,4%. Regional gesehen trug Österreich dazu 3,9 Mrd. Euro bei. Hier gingen die Einmalprämien in der Lebensversicherung von 595,5 Mio. auf 456,4 Mio. Euro zurück, während die laufenden Lebensversicherungen nur einen ganz leichten Prämienrückgang auf 1,24 Mrd. Euro verzeichneten.
In Tschechien sanken die Beitragseinnahmen wegen der stark rückläufigen Einmalbeiträge in Leben von 1,55 Mrd. auf 1,53 Mrd. Euro. Prozentual deutlicher fielen die Rückgänge in Polen aus, wo die Beitragseinnahmen von 838,9 Mio. auf 819,2 Mio. Euro sanken, sowie in den übrigen Märkten, zu denen neben Liechtenstein auch Deutschland mit den Interrisk-Töchtern gezählt wird. Hier verminderten sie sich von 410 Mio. auf 353 Mio. Euro, nachdem insbesondere in Liechtenstein die Einmalbeiträge sanken. Teils sehr starke Zuwächse verbuchten dagegen die Slowakei (von 716,5 Mio. auf 732,3 Mio. Euro), Rumänien (von 428,6 Mio. auf 533,4 Mio. Euro), Ungarn (von 204,3 Mio. auf 224,2 Mio. Euro), die Türkei und Georgien (von zusammen 182,3 Mio. auf 208,7 Mio. Euro) sowie die baltischen Länder (von 59,3 Mio. auf 140,2 Mio. Euro). In den sonstigen mittel- und osteuropäischen Märkten legten sie von 307,2 Mio. auf 331,4 Mio. Euro zu. Im Geschäftsbericht wird ausdrücklich betont, dass der Kompass weiterhin nach Osten zeige.rem

Vienna Insurance Group (in Mrd. Euro)

20162015
Beitragseinnahmen (brutto) 9,059,02
– davon in Leben 3,764,02
– davon in Komposit4,884,60
– davon in