Erschienen in Ausgabe 6-2017Unternehmen & Management

R+V: Millionen-Investition in Digitalisierung – Niedrige Kostenquoten – Gezieltere Risikonahme

Von Monika LierVersicherungswirtschaft

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Die R+V Lebensversicherung AG hat zum Bilanzstichtag 2016 eine Bedeckungsquote nach Solvency II von 421%. Übergangsregeln wurden für die Gesellschaft nicht in Anspruch genommen, berichtete Vorstandschef Norbert Rollinger. Der Konzern weist danach eine Quote von 235% aus. Der Krankenversicherer kommt auf 402%, der größte Kompositversicherer, die R+V Allgemeine auf 303%.
Auf der Bilanzpressekonferenz führte der neue Konzernchef aus, dass seine neue Initiative „Wandel durch Wachstum“, ein Modernisierungsprogramm, das zu den jährlichen Investitionen von mehr als 100 Mio. Euro nochmals mehr als 100 Mio. Euro in den nächsten fünf Jahren erfordert, aus eigener Kraft finanziert werden könne – und dies „ohne ein zusätzliches breites Kostensenkungsprogramm“. Als Grund für diese Stärke nannte Rollinger die konsequente Effizienzsteigerung in den letzten Jahren. Nach Unternehmensangaben liegen die Verwaltungskosten in allen Segmenten zwischen 48 und 21% unter den Marktdurchschnitten: Für Schaden/Unfall wurde eine Verwaltungskostenquote von 11,2 (11,4)% genannt, für Kranken eine Quote von unverändert 1,6% und für Leben/Pension von wiederum 1,2%. An ihren wichtigsten Vertriebsweg, die Banken des genossenschaftlichen Verbundes, zahlt die Gruppe eigenem Bekunden nach 470 (465) Mio. Euro Provision bzw. Boni. Ziel sei eine Größe von 600 Mio. Euro, sagte Vertriebschef Heinz-Jürgen Kallerhoff mit Blick auf die Wachstumsambitionen, die ein Beitragsvolumen von 20 Mrd. Euro 2022 vorsehen.
Die Netto-Gesamtkostenquote in Komposit belief sich laut Konzernbericht auf netto 24,1 (24,4)%; der Rückgang resultiert aus dem starken Beitragswachstum von 5,2% bei unterdurchschnittlich höheren Kosten. Für das nur gesamthaft berichtete Segment Kranken/Leben weist der Konzernbericht eine Gesamtkostenquote von netto 9,3 (8,6)% aus.
Teil des Programms „Wachstum durch Wandel“ ist zudem die Diversifikation der Kapitalanlagen: „Global und nach Assetklassen“, so Rollinger. Man wolle höhere Renditen durch „gezieltere Steuerung der Risikonahme“ erwirtschaften. Gleichwohl solle sich das Rating der Anlagen von durchschnittlich „AA-„ nicht verschlechtern. Das Kapitalanlageergebnis setzte sich 2016 aus 2,63 (2,698) Mrd. Euro laufenden Erträgen sowie 2,75 (2,59) Mrd. Euro außerordentlicher Erträge – darunter 2,37 (2,10) Mrd. Euro Gewinnen aus Zeitwertänderungen sowie dem Abgang von Kapitalanlagen – zusammen. Zur Ertragsverbesserung trug auch ein mit 1,64 (2,32) Mrd. Euro geringerer Aufwand für…