Erschienen in Ausgabe 6-2017Unternehmen & Management

Roland Gruppe: Fokus auf ertragreiche Produkte – Konzern erzielt Beitragsplus – Umbau geht weiter

Von Monika LierVersicherungswirtschaft

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Der Roland-Konzern hat 2016 das Beitragsplus von 3,0% allein dank Beitragsanhebungen bei der Muttergesellschaft Roland Rechtsschutz erzielt und durch die Hebung stiller Reserven in der Kapitalanlage den Gewinn gesteigert. Im Gj. 2016 werden eine Reihe von Maßnahmen zur Verbesserung der Profitabilität und des Wachstums genannt. Insgesamt rechnet der Vorstand für 2017 „mit einem auf Vorjahresniveau liegenden Konzernergebnis“.
Der Rechtsschutzversicherer werde sich „weiterhin verstärkt auf ertragreiche Produkte“ fokussieren und seine Sanierungsaktivitäten intensivieren. Für 2017 wird mit einer weiteren Beitragsanpassung gemäß Treuhänderempfehlung gerechnet. Aktives Bestandsmanagement und der Ausbau des Leistungsmanagements sollen sich positiv auf das Leistungsvolumen und auf die Schadenquote auswirken. Das „strikte Kostenmanagement“ soll 2017 das versicherungstechnische Ergebnis positiv beeinflussen.
Die Roland Rechtsschutz weist für 2016 eine Combined Ratio von 102,5 (100,1)% aus. 416.694 (396.403) Leistungsfälle wurden 2016 gemeldet. Das sei insbesondere auf eine Häufung von Klagen im Zusammenhang mit dem VW-Abgasskandal sowie mit widerrufenen Immobilien-Darlehensverträgen zurückzuführen. Die Schadenquote verschlechterte sich um dreieinhalb Prozentpunkte auf 67,9%. Dass sich der versicherungstechnische Verlust auf 5,8 (−0,4) Mio. Euro vergrößerte, wird auch mit dem Aufbau höherer Schadenrückstellungen, um dem durch Solvency II gestützten Substanzaufbau nachzukommen, begründet. Die versicherungstechnischen Rückstellungen um 4,6% auf 369,2 Mio. Euro machen damit 160,6 (158,5)% der verdienten Beiträge aus. Zum 1. Januar 2016 hatten die Aktionärsgesellschaften Axa, Gothaer, Barmenia und Basler die Eigenmittelausstattung mit einem Nachrangdarlehen von 10 Mio. Euro verstärkt. Aus den Kapitalanlagen von 466,4 (423,0) Mio. wurde bei einer auf 3,1 (2,5)% erhöhten Nettorendite ein Kapitalanlageergebnis von 14,0 (10,4) Mio. Euro erwirtschaftet. Das Plus stammt hier aus hohen Zuschreibungen auf Investmentanteilen. Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit erreicht 6,4 (10,0) Mio. Euro. Für Sozialplanaufwendungen wurden 1,2 Mio. Euro zurückgestellt. Der Jahresüberschuss der Rechtsschutz beträgt 4,5 (3,9) Mio. Euro – und verbleibt im Unternehmen. Die Aktionäre gehen für 2016 leer aus. Direkt und indirekt über die Roland Rechtsschutz Beteiligung GmbH halten die Axa Konzern AG 41,13% und der Gothaer-Konzern 28,85%; die Barmenia Krankenversicherung a. G. ist direkt mit…