Erschienen in Ausgabe 6-2017Unternehmen & Management

Provinzial Rheinland: Starkes Wachstum in Komposit – Günstige Schaden- und Kostenquote – Rückgang in Leben

Von Monika LierVersicherungswirtschaft

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Die Provinzial Rheinland Gruppe ist 2016 infolge des Rückgangs in der Lebensversicherung um 1,2% auf 2,71 Mrd. Euro Beitrag geschrumpft. Die Holding erzielte 89,4 (75,7) Mio. Euro Gewinn vor Steuern, im Wesentlichen durch die Provinzial Rheinland Versicherung. Diese hat von einem Sondereffekt – der Ergebnisentlastung durch die gesetzliche Veränderung des zur Berechnung der Pensionsrückstellungen maßgeblichen HGB-Zinssatzes – profitiert. Weil das ein einmaliger Entlastungsposten ist, wird für 2017 mit einem reduzierten Ergebnis gerechnet. Die Holding schüttet 18 Mio. Euro an ihre Gewährträger aus. Das sind zu 34% der Rheinische Sparkassen- und Giroverband, zu 33,3% der Sparkassen- und Giroverband Rheinland-Pfalz und zu 32,6% der Landschaftsverband Rheinland.

Kompositversicherung

Das gesamte Kompositgeschäft legte 2016 um 6,1% auf 1,49 Mrd. Euro zu. Davon entfielen auf die Provinzial Rheinland Versicherung 1,18 Mrd. Euro (+4,1%). Dort stieg das selbst abgeschlossene Geschäft um 3,3% auf 1,11 Mrd. Euro Bruttobeitrag; das übernommene Geschäft stammt sowohl von den Konzerngesellschaften wie auch von anderen öffentlichen Versicherern. Das Beitragswachstum kam vor allem aus der Wohngebäude- (+4,7% auf 283 Mio. Euro), der Kraftfahrt- (+3,2% auf 379,8 Mio. Euro) und der Unfallversicherung (+2,9% auf 72,8 Mio. Euro). Anders als Wettbewerber muss die Provinzial bislang ihren Bestand nicht sanieren und hielt die Beiträge stabil. Der Zuwachs stammt aus dynamischen Anpassungen, einem höheren Neugeschäft vor allem mit Wohnungsbaugesellschaften und positiven Vertragsumstellungen. Kraftfahrt wuchs durch Bestandstarifanpassungen sowie einem Zuwachs im unterjährigen Geschäft. Die durchschnittliche Bestandsprämie stieg auf 260 (254) Euro. Das Jahreswechselgeschäft war hingegen zum ersten Mal seit sechs Jahren negativ. Zum Bilanzstichtag kam die Provinzial auf 801.453 (794.010) KH-Verträge.
Infolge mehrerer Großschäden sowie höherer Elementarschäden stieg die Schaden-Kosten-Quote auf 91,5 (88,7)%, liegt damit aber immer noch unter dem Marktniveau von 96%. Die Unwetterereignisse „Elvira“, „Friederike“ und „Lea“ schlugen brutto mit knapp 70 Mio. Euro Schaden zu Buche. Die Autoversicherung kommt auf eine Combined Ratio von 97,8 (99,8)%, Wohngebäude auf 92,3 (85,6)%. Das Nettoergebnis der Kapitalanlagen sank um fast 11% auf 69,0 Mio. Euro. Die Nettoverzinsung betrug 2,6 (3,0)%. Das Ergebnis vor Steuern machte einen Sprung auf 110 (88) Mio. Euro. Wachstum und Sondereffekte trugen…