Erschienen in Ausgabe 6-2017Unternehmen & Management

Hagelgilde: Aufgefüllte Reserven – Versicherungssumme nimmt nach Boomjahren der Getreidespekulation ab

Von Monika LierVersicherungswirtschaft

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Der Hagelgilde Versicherungs-Verein hat sich im Gj. 2016 modernisiert und dank guter Witterung die Reserven auffüllen können. Versicherte Fläche, Versicherungssumme und Mitgliederzahl gingen 2016 infolge des landwirtschaftlichen Strukturwandels sowie externer Gegebenheiten wie Flächenstilllegungen im Zuge der EU-Gesetzgebung, unterdurchschnittlicher Ernte und schlechter Preise für Getreide zurück. Gleichwohl ist der Vorstand des Einsparten-Versicherers, der überwiegend Getreide und Raps gegen Sturm und Hagel vorrangig in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern versichert, mit der Bestandsentwicklung zufrieden. Die Versicherungssumme nahm laut Geschäftsbericht 2016 nach den Boomjahren der Getreidespekulation um 11,5% auf 642 Mio. Euro ab. Die Zahl der Verträge sank um 0,3% auf 6.924 und die versicherte Fläche um 0,7% auf 442.734 Hektar. Nach drei Überschadenjahren lagen die Schadenaufwendungen 2016 mit 1,5 (2,9) Mio. Euro nicht nur „deutlich unter dem Vorjahr“, sondern auch „deutlich unter der 30-jährigen durchschnittlichen Schadenquote“, so der Geschäftsbericht. Die mehr als 200 ehrenamtlichen Sachverständigen begutachteten 2016 den Angaben zufolge 227 (405) gemeldete Schäden. Davon waren 142 (230) zu regulieren. Aufgrund des Unterschadenjahres war die Schwankungsrückstellung wieder mit 0,4 Mio. Euro aufzufüllen; die versicherungstechnischen Rückstellungen betrugen danach 1,61 (1,17) Mio. Euro.
Die Rückversicherung sei nicht in Anspruch genommen worden. Für 2017 werde es bei den Rückversicherungskosten kaum Veränderungen geben, so der Geschäftsbericht. Es seien nun Anpassungen an die neuen Tarifvarianten vereinbart worden. Mit dem Votum einer außerordentlichen Mitgliederversammlung waren die Versicherungsbedingungen aktualisiert und zudem das Prämienstufenmodell komplett überarbeitet worden. Nunmehr sind mehrere Tarifvarianten, teils mit Selbstbeteiligung, möglich. Die in Form der Umlage erhobene Prämie betrug 2016 brutto 3,06 (3,54) Mio. Euro und netto 2,51 (2,89) Mio. Euro. Der Rückversicherungsanteil betrug demnach 0,56 (0,65) Mio. Euro. Der versicherungstechnische Gewinn erreichte vor Zuführung zur Schwankungsrückstellung 0,57 (−0,2) Mio. Euro und danach 0,131 Mio. Euro; im Vorjahr waren der Schwankungsrückstellung 0,2 Mio. Euro entnommen worden. Dank der besseren Schadenlage erholte sich der Jahresüberschuss auf rund 72.000 (17.000) Euro, die in die Gewinnrücklagen eingestellt wurden. Das Eigenkapital macht mit 1,71 (1,64) Mio. Euro knapp 49…