Erschienen in Ausgabe 6-2017Unternehmen & Management

E+S Rück:  Intensiver Wettbewerb setzt Prämien unter Druck – Leichter Beitragsrückgang, höherer Gewinn

Von Claudia Schmidt-WehrmannVersicherungswirtschaft

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Für die E+S Rück, die innerhalb des Hannover-Rück-Konzerns den deutschen Markt betreut und internationales Geschäft in der Schaden-Rückversicherung zur Risikodiversifizierung über eine Quotenabgabe der Hannover Rück übernimmt, ist das Gj. 2016 trotz des anhaltend niedrigen Zinsumfelds und des intensiven Wettbewerbs positiv verlaufen. Obwohl die Beitragseinnahmen nach dem deutlichen Zuwachs im Vorjahr leicht rückläufig waren, wurde ein höherer Gewinn ausgewiesen. Schuld an den Beitragseinbußen war der durch ein erneut gewachsenes Angebot an Rückversicherungskapazität anhaltende Druck auf die Raten. Die daher verfolgte selektive Zeichnungspolitik führte, wie Vorstandschef Ulrich Wallin im Geschäftsbericht erläutert, zu einer deutlichen Reduzierung des Geschäftsvolumens in den Sparten Transport und Luftfahrt. Hinzu kamen verringerte Rückversicherungsabgaben eines größeren Zedenten im Haftpflichtgeschäft. Zugute kam der E+S Rück die erneut positive Entwicklung im deutschen Kfz-Geschäft.
Mit der Entwicklung im laufenden Gj. zeigt sich Wallin zufrieden. Das Prämienvolumen im Deutschland-Geschäft blieb im Rahmen der Erneuerungsrunde zum 1. Januar weitgehend stabil. Die E+S Rück hat ihre gute Position trotz des intensiven Wettbewerbs und des sich fortsetzenden Trends zu Selbstbehaltserhöhungen seitens der Erstversicherer gehalten. Erfreulich sei das Kraftfahrtgeschäft gelaufen. Gestiegen ist zudem vor dem Hintergrund vermehrter regionaler Schadenereignisse im Vorjahr und der Effekte von Solvency II die Nachfrage nach Naturgefahrendeckungen. Wegen der angespannten Situation in der industriellen Feuerversicherung ging die E+S Rück auch hier zu einer selektiven Zeichnungspolitik über. Für das Gesamtjahr 2017 erwartet Wallin eine stabile bis leicht rückläufige Entwicklung der Bruttoprämie. Da das schadenreiche Jahr 2001 aus dem 15-jährigen Beobachtungszeitraum zur Berechnung der Schwankungsrückstellung herausfällt, dürfte der Jahresüberschuss allerdings signifikant steigen.
Im Gj. 2016 hat sich die Bruttoprämie um 0,7% auf 2,02 Mrd. Euro verringert. Dabei steuerte das Deutschland-Geschäft 1,15 (1,16) Mrd. Euro bei und das Ausland 871,7 (869,8) Mio Euro. Sowohl die Schaden- als auch die Personen-Rückversicherung wiesen ein Prämienminus von 0,7% auf. Die Großschadenlast ist wegen der Schadenbelastung in der industriellen Feuer-/Sachversicherung und im Naturkatastrophenbereich gestiegen, blieb aber insgesamt erneut moderat und lag wieder deutlich unter dem…