Erschienen in Ausgabe 6-2017Unternehmen & Management

Selbstbilder und Super-Marken

Wie Versicherer ihr strategisches Profil aufpolieren können

Von Benedikt Conin und Dr. Christian B SchareckVersicherungswirtschaft

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Die deutschen Versicherer stehen vor tiefgreifenden Veränderungen im Zuge der Digitalisierung. Der Vorstandsvorsitzende der Allianz SE Oliver Bäte fasste kürzlich prägnant zusammen: „Nicht sparen – sondern digitalisieren.“ Auf dem Weg in die digitale Zukunft und in Richtung neuer Geschäftsmodelle spielt auch die Schärfung des Markenkerns eine entscheidende Rolle.
Die Profitpools der Zukunft verändern sich durch die technischen Möglichkeiten, die Wertschöpfungskette setzt sich neu zusammen. Dies erfordert in der Regel eine duale Vorgehensweise in zwei Stoßrichtungen – einerseits sind Effizienzverbesserungen in den aktuellen Abläufen und Prozessen vorzunehmen, um im tradierten Geschäftsmodell erfolgreich zu bleiben, andererseits ist die zukünftige innovative und ggf. disruptive Ausrichtung einzuleiten, die anderen (Markt-)Regeln folgt und verschiedene, für Versicherer gänzlich neue Handlungsfelder adressiert. Der Grad der Disruption und die damit verbundene Notwendigkeit einer Differenzierung des jetzigen Geschäftsmodells hängt stark von der jeweiligen Ausgangslage und der strategischen Positionierung ab. Nach einer Analyse von Deloitte lassen sich künftig folgende Modelle für Versicherer ableiten:
1. Manufaktur und Qualitätsanbieter mit tiefem versicherungstechnischen Know-how: Hier geht es um Spezialversicherer mit Segmentfokus. Der Vertrieb erfolgt insbesondere über persönliche Kanäle. Die Digitalisierung dient der Erhöhung der Prozessintegration in die Kundensysteme und zur Prozessautomatisierung.
2a. Privatkunden- und Kleingewerbeversicherer: Digitalisierung wird insbesondere zur maximalen Effizienzsteigerung und Automatisierung von Prozessabläufen, bezogen auf den Endkunden, genutzt.
2b. Run-off und Abwicklungsdienstleister ohne Neugeschäft: Hoch digitalisierte, automatisierte und damit effiziente Dienstleister verfolgen das Ziel einer signifikanten Stückkostendegression. Digitalisierung erfolgt nur noch in der Verwaltung (Back-End), Geschäftsvorfälle an der Kundenschnittstelle entfallen weitgehend.
3. Kundenzentrierte Anbieter mit integrierten Geschäftsmodellen und hybriden Plattformansätzen: Aufbau eines digitalen „Ökosystems“ zur Realisierung von Netzwerkeffekten und Integration modularer Produkt- und Serviceportfolios in Produktbündel und Prozesse rund um Kernbedarfe der Kunden.
4a. Non-Legacy Versicherer – Erweiterung des bisherigen Geschäftsmodells: Digitale Kundenerfahrung mit höchster Convenience in einem unternehmerischen Modell mit Technologie…