Erschienen in Ausgabe 6-2017Unternehmen & Management

Contenance

Die Kunst der Körpersprache im Management

Von Versicherungswirtschaft

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Ein nach oben gerichteter Daumen, die geballte Faust oder eine Führungskraft, die in der Konferenz da steht, wie Cristiano Ronaldo beim Freistoß: Häufig erkennt man das Gemüt eines Managers anhand seiner Gesten, Bewegungen oder der bloßen Haltung. Der Körper schweigt nicht. Niemals.
„Von einer Führungskraft wird verlangt, dass sie führt – vor allem in Extremsituationen. Hier ist Besonnenheit gefragt“, sagt Martina Kloepfer. „Für große börsennotierte Unternehmen kann ein unbedachtes Wort oder eine emotionale, spontane Geste große Folgen haben. Das kann vom Imageschaden bis zu Verlusten am Aktienmarkt reichen.“ Die Trainerin für Wirtschaftsrhetorik erinnert an das folgenschwere Victory-Zeichen von Josef Ackermann im Gerichtssaal, das Michael Jackson kopieren sollte, aber als bloßes Bild im Kontext des Mannesmann-Prozesses in der breiten Öffentlichkeit eine katastrophale Wirkung entfaltet hatte. Später war sogar von Verhöhnung der arbeitenden Menschen in Deutschland die Rede.

Gestik und Mimik haben Vorsprung zur gesprochenen Sprache

Stärke und Macht werden vor allem über den Körper vermittelt. Forscher führen das darauf zurück, dass sich die Sprachfähigkeit des Menschen vor etwa 1,5 Millionen bis 40.000 Jahren herausbildete. „Die stille Kommunikation von Mimik und Gestik, die seit Menschengedenken vorhanden ist, hat einen Vorsprung gegenüber dem gesprochenen Wort“, erklärt Emotionscoach Dirk W. Eilert in der Wirtschaftwoche. „Die vielen, meist subtilen nonverbalen Signale, die wir tagein, tagaus senden, formen und prägen die Wirkung, die wir auf andere Menschen haben – meist unbemerkt.“
Ob Nervosität, Überlegenheit oder Verschlossenheit: Auch die Versicherungslenker senden ständig nonverbale Signale aus – allerdings nicht immer zu ihren eigenen Gunsten. Als Casus knacksus gelten die Hände. Evan Greenberg zum Beispiel ballte sie 2015 an der New Yorker Stock Exchange etwa so stark zusammen, als die schweizerisch amerikanische Ace für 28 Mrd. Euro den Traditionsversicherer Chubb samt dessen Namen übernommen hatte, dass er auf den späteren Bildern wie vom Machtrausch befallen wirkte. David Furtwängler dagegen zeigte sich im Rahmen eines Gesprächs mit dem Magazin Versicherungswirtschaft weniger aufgeregt. Besonnen schilderte der Deutschland-Chef der BNP Paribas Cardif die Geschäftspotenziale in der Restkreditversicherung und neue Wettbewerbsfaktoren in einem anspruchsvollen Markt.

Haltung entscheidet über ersten Eindruck

Viel Zeit, um Sympathiepunkte beim Gegenüber zu…