Erschienen in Ausgabe 6-2017Köpfe & Positionen

Im Profil Arend Arends

„Wenn wir überleben wollen, müssen wir uns öffnen und selbstbewusst am Markt auftreten“

Von Wolfgang OtteVersicherungswirtschaft

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Ostfriesen sind zwar von der Einstellung her bei vielen Themen konservativ, schauen aber über den Tellerrand in die weite Welt“, sagt Arend Arends, der Vorstandsvorsitzende der NV Versicherungen. Der erst vor knapp zwei Jahren bezogene neun Millionen-Euro-Neubau der Hauptverwaltung am Ortseingang von Neuharlingersiel symbolisiert den stillen Aufschwung eines mittelständisch geprägten Versicherungsunternehmens im äußersten Nordwesten Deutschlands. Da, wo andere Urlaub machen und sich bei ungemütlicher Wetterlage auf einen leckeren Ostfriesen-Tee freuen dürfen, hat der „kleine, aber feine“ Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit seine Heimat. Die Hauptverwaltung der NV mit ihren rund 80 Mitarbeitern liegt direkt hinterm Deich mit weitem Blick auf das Unesco-Weltnaturerbe Wattenmeer und die vorbeiziehenden Jumbo-Containerschiffe aus aller Welt. Auch das symbolisiert im wahrsten Sinne des Wortes Weitsichtigkeit.

NV will bei freien Vermittlern bundesweit vorne mitmischen

Ein anderer wesentlicher Punkt zeichnet den ostfriesischen Versicherer aus, wie Arends erläutert. „In der fast 200-jährigen Geschichte unseres Unternehmens gab es nur sieben Vorstandsvorsitzende. Ich bin gerade mal der achte.“ Die durchschnittliche Verweildauer beträgt demnach 25 Jahre. Das schafft der 61-jährige selbst zwar nicht mehr. Er wurde vor vier Jahren Vorstandschef. Sein Vertrag läuft 2021 aus. Dafür kann er andere Superlative vorweisen. Im selben Jahr, in dem er seine berufliche Karriere in der NV startete, heiratete er. Das war 1985, also vor nunmehr 32 Jahren. Auf seine Familie, zu der auch zwei erwachsene Töchter gehören, ist er besonders stolz.
Volljurist Arends wuchs wohlbehütet auf einem Bauernhof in einem kleinen Ort nahe des Fischerdorfs Neuharlingersiel auf. Nach Abitur und Bundeswehr entschied sich der offensive Verteidiger des dörflichen Fußballvereins in der Bezirksliga für ein Studium der Rechtswissenschaften in Bremen. Zunächst startete er danach beruflich in einer Auricher Anwaltskanzlei. Mit der Versicherungsbranche kam er während dieser Zeit durch die rechtliche Vertretung einer Mandantin in Berührung. Obwohl Arends ein Schadenbüro des Rechtschutzversicherers DAS übernehmen sollte, zog es ihn in den Vertrieb. „Das Arbeiten an der Front hat mir sehr geholfen, Vertrieb verstehen zu lernen.“
Mehr durch Zufall entdeckte er später die Stellenanzeige seines jetzigen Unternehmens, das für die neu aufgemachte Haftpflichtsparte einen Juristen als Leiter suchte. Die Bewerbung…