Erschienen in Ausgabe 6-2017Trends & Innovationen

„Ottonova ist ein Beleg dafür, dass die PKV ein Modell mit Zukunft ist“

Uwe Laue, Vorsitzender des PKV-Verbands, über Kosteneffizienz und Beitragsanpassungen im Wahljahr

Versicherungswirtschaft

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„Ottonova ist ein Beleg dafür, dass die PKV ein Modell mit Zukunft ist“

Uwe Laue, Vorsitzender des PKV-Verbands, über Kosteneffizienz und Beitragsanpassungen im Wahljahr

Der Verkauf von Vollversicherungen stagniert, Beitragserhöhungen fließen direkt in die Altersrückstellungen. Wo können PKV-Anbieter noch Gewinne erlösen?

Natürlich sind mehr Überzinsen für die Unternehmen einträglicher als weniger. Aber auch in der Niedrigzinsphase lässt sich solide wirtschaften. So steigt ja die Zahl unserer Versicherten kontinuierlich an. Dieses Wachstum kam zwar in den vergangenen drei, vier Jahren ausschließlich aus der Zusatzversicherung, aber inzwischen geht es auch mit der Vollversicherung wieder aufwärts.

Die Beitragsanpassung erfolgt ausgerechnet im Wahljahr. Sie müssen sich auf Angriffe von SPD und Opposition einstellen. Gibt es Notfall-Pläne, falls die Bürgerversicherung tatsächlich eingeführt wird?

Dass man das quasi über Nacht hinbekommen könnte, glauben die Befürworter dieser Einheitslösung ja inzwischen selbst nicht mehr. Stattdessen hören wir von kleinen Schritten, die man gehen wolle. Aber davon sollten und werden sich die Menschen nicht blenden lassen: Ein Experiment Bürgerversicherung wäre für alle von Nachteil – schlecht für die medizinische Versorgung, Gift für die Wirtschaft, rücksichtslos gegenüber unseren Kindern und Enkeln.
Die Verfechter kommen immer mit dem Thema Wartezeiten. Dabei sind diese bei uns im internationalen Vergleich geradezu rekordverdächtig kurz. In allen Ländern mit Einheitssystem warten die Menschen mehrere Monate, schauen Sie nur mal nach Großbritannien. Die Zufriedenheit der Deutschen mit ihrer medizinischen Versorgung liegt heute bei historischen Spitzenwerten über 90 Prozent – da gibt es überhaupt keinen Anlass zum Risiko einer ideologisch motivierten Radikalreform. Das wäre ja wie eine Operation am offenen Herzen eines gesunden Patienten.

Welche Reformen wünschen sie sich von der Politik, um die Kostenexplosion im dualen System einzudämmen und das Gesundheitswesen demografiefest zu machen?

Ehrlich gesagt empfinde ich den Begriff „Kostenexplosion“ als nicht sehr charakteristisch für unser duales System. Denn das zeichnet sich doch vor allem durch seine weltweit führende Versorgungsqualität und –sicherheit aus. Natürlich geben wir dafür viel Geld aus, die Anstiege liegen über dem des Bruttoinlandsproduktes, aber das ist in fast allen vergleichbaren Ländern auch so.
Um dieses tolle System zukunftsfest zu machen, muss allerdings…