Erschienen in Ausgabe 6-2017

Machtkreise

Von Dr. Dirk SolteVersicherungswirtschaft

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Auf der BVK-Fachtagung über die Auswirkungen der IDD-Richtlinie auf die Vermittlerbetriebe konnte man live den demokratischen Diskurs bei der Suche nach dem richtigen Weg bei der Regulierung zwischen Vertretern entgegengesetzter Interessen und der Politik verfolgen. Auf der einen Seite der Vermittlerverband, der als Regel für ein Level Playing Field für alle Vertriebswege eine Beratungs- und Dokumentationspflicht fordert. Auf der anderen Seite der Spitzenverband der Versicherer, der, im Framing der Entscheidungsfreiheit mündiger Bürger, für die Einräumung eines Opt-Out-Rechts bei Online-Abschlüssen plädiert.
Die politische Seite ist gefordert zu entscheiden, um mit den richtigen gesetzlichen Setzungen für faire Randbedingungen etablierter und disruptiver Marktteilnehmer zu sorgen. Wir werden sehen, was in den nächsten Wochen das Resultat sein wird. Interessant war dann noch die fast einmütige Einschätzung der Podiumsteilnehmer, über welche Regulierungsnotwendigkeit man in zehn Jahren debattieren werde: Robo-Advisors. Warum ist das erst in zehn Jahren ein ernsthaftes Thema? Robo-Advisors sind heute schon als Wirtschaftsakteure in den Märkten allgegenwärtig. Politik und Verbände wären gut beraten, sich schon jetzt mit den Anpassungsnotwendigkeiten zu befassen, als zu spät auf Probleme zu reagieren. Vorausschauendes Management sorgt für Stabilität.
Eine Idee kann alles ändern. Ganze Branchen erschüttern, traditionelle Marktansätze aufbrechen und neue aufsteigen lassen. Ideen bedeuten Fortschritt. Fortschritt wiederum macht Tempo, schafft Avantgarden und verändert Führungssysteme. Von Allianz und Axa über Generali und Zurich bis zu Swiss Re oder Munich Re – alleine der Blick auf die intensiven Bewegungen an den Vorstandsspitzen führender Versicherer zeigt, wie stark sich die Branche gegenwärtig umformt.
Was auffällt? 2015 als Markierungspunkt im Personalkarussell der Marktplayer. Was nicht immer gelingt? Das Ausbleiben tieferer Brüche. Denn obwohl die Versicherer, ihrer unternehmerischen Natur entsprechend, nach stillen Machtverschiebungen und fließenden Übergängen streben, kommt es immer wieder zu Situationen, die nicht frei von Reibungen bleiben (Seite 12). Im Titelinterview spricht Norbert Rollinger, Vorstandsvorsitzender des Hidden Champions R+V und selbst seit Anfang des Jahres in neuer Verantwortung, über Kontinuität, Identität und Umbruch im Insurance Business (Seite 16).
Eine sowohl mahnende wie auch prägende Stimme zur Debatte über die Zukunft der…