Erschienen in Ausgabe 5-2017Trends & Innovationen

Schadenprisma April 2017

Eine einzige Frostnacht zerstört die ganze Jahresernte der deutschen Winzer

Versicherungswirtschaft

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Hubschrauber, Heizkerzen oder Windmaschinen– so sahen die Vorkehrungen der Landwirte, Obstbauern und Gärtner zum Schutz ihrer Pflanzen gegen die nächtlichen Minustemperaturen vom 20. auf den 21. April aus. Diese setzten den Blüten an Obstbäumen und Erdbeerpflanzen zu, aber auch Spargel und anderen Feldfrüchten. „Wir haben Ausfälle von einzelnen Betrieben in einzelnen Regionen, die in Größenordnungen von 70 bis 80, zum Teil bis 100 Prozent, gehen“, sagte Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbands (DBV). Viele Pflanzen könnten zwar nach einem Frost erneut austreiben, jedoch sei etwa bei Wein der Ertrag dann deutlich geringer. „Insofern können wir den Ertragsausfall, die Schadenhöhe, noch nicht genau beziffern, aber er ist enorm.“ Bei Steinobst sei der Schaden irreparabel.
Ein Nachteil für die Bauern war das frühsommerliche Wetter im März, das die Blüten sprießen ließ. Bei Frost sind sie besonders empfindlich. Bereits blühende Obstbäume können nur Temperaturen bis minus ein Grad aushalten. Laut der Münchener und Magdeburger Agrarversicherung (MMA) war es das schwerste Frostereignis seit 1991, auf über 2.500 Hektar Weinfläche wurden Frostschäden gemeldet. Das entspricht rund 3.500 mal der Größe des Spielfelds der Allianz Arena. „Die Versicherung gegen Spätfröste ist leider noch immer relativ selten ein Thema auf den Betrieben, obwohl diese Versicherungsprodukte seit Jahren angeboten werden“, beklagt Sigmund Prummer, Schadenvorstand bei MMA. Bauernverbands-Präsident Joachim Rukwied forderte vor diesem Hintergrund Zuschüsse zur Frostversicherung für die Bauern.
In Baden-Württemberg rechnet Agrarminister Peter Hauk (CDU) beim Obst- und Weinbau mit Schäden in dreistelliger Millionen­höhe. „Im Vergleich zum Frostjahr 2011 ist von einem drei- bis viermal höheren Schaden auszugehen.“ Damals wurden die Ausfälle allein in Baden-Württemberg mit rund 20 Mio. Euro beziffert. In manchen Bundesländern wird über steuerliche Erleichterungen sowie Ausgleichszahlungen diskutiert. „Für die Zukunft muss die Politik mehr darauf drängen, dass die landwirtschaftlichen Betriebe durch Frost- und Mehrgefahrenversicherungen mehr Eigenvorsorge betreiben“, forderte die FDP-Landesfraktion in Baden-Württemberg.

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