Erschienen in Ausgabe 5-2017Trends & Innovationen

Eiopa zieht die Zügel an

Versicherungswirtschaft

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Gut ein Jahr nach Inkrafttreten von Solvency II ändert die Europäische Versicherungsaufsicht Eiopa einen wesentlichen Baustein des Regelwerks. Sie will den Zinssatz, mit dem Versicherer ihre langfristigen Verbindlichkeiten kalkulieren (Ultimate Forward Rate – UFR), ab 2018 von 4,2 Prozent schrittweise auf 3,65 Prozent senken. Die jährliche Abstufung soll mit maximal 0,15 Prozentpunkten aber langsamer vonstatten gehen als ursprünglich geplant. Somit müssen Versicherer etwa für Verpflichtungen aus den Lebens- und Rentenversicherungsverträgen ihrer Kunden mehr Eigenmittel vorhalten. Der Branchenverband GDV reagiert gereizt. Der UFR-Wert sei „praktisch ein Zinssatz, der in 60 Jahren erwartet werde.“ Warum dieser jetzt geändert werden solle, sei „aus heutiger Sicht ökonomisch nicht zu begründen“, erklärt GDV-Geschäftsführer Axel Wehling. Die Festlegung der UFR sei eine politische Entscheidung gewesen. Darüber dürfe sich Eiopa als Behörde nicht hinwegsetzen. Für Eiopa-Chef Gabriel Bernardino schaffe die neue Regel dagegen eine Balance, die plötzliche Anpassungen obsolet mache.vw