Erschienen in Ausgabe 5-2017Trends & Innovationen

Bazooka für Insurtechs

Clark und Wefox gewinnen neue Partner, Allianz und Munich Re kaufen in den USA zu

Von David GorrVersicherungswirtschaft

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Sie sprießen wie Pilze aus dem Boden, doch nur die wenigsten Fin- und Insurtechs können ohne das Geld großer Investoren überleben. Das Berliner Start-up Getsurance, das im dritten Quartal 2017 die erste voll digitalisierte BU-Police präsentieren will, sammelte zuletzt zwei Mio. Euro ein, da­runter von Picus Capital – einer Investmentgesellschaft von Alexander Samwer. Dessen Bruder Oliver hat derzeit kein glückliches Händchen. Seine Rocket-Internet-Holding mit über 100 Start-ups vermittelt Haushaltshilfen, verkauft weltweit Mode und liefert Speisen. Nur: Gewinne werfen sie nicht ab.
Bei den Insurtechs sieht es anders aus, sie leben überwiegend als Online-Makler von Provisionen, richtig gefährlich werden sie etablierten Versicherern damit noch nicht. Dennoch haben sich laut einer aktuellen PwC-Umfrage neun von zehn Finanzdienstleistern damit abgefunden, Marktanteile an die digitalen Neulinge zu verlieren. Die Hälfte der befragten Unternehmen setzt mittlerweile auf eine Kooperation statt Konfrontation. Ergo will mit Wefox in dessen Innovation Lab in Berlin zusammenarbeiten. Clark kooperiert mit ING Diba, acht Millionen Kunden der Direktbank könnten damit auf den digitalen Versicherugnsmakler zugreifen. Axa hat dagegen in Köln eine neue Innovation Lab eröffnet und bietet für die Produkte der Start-ups Nello und Optionspace exklusiven Versicherungsschutz an.
Ist Versicherung kein People-Business mehr? Die neue Generation will nur via Smartphone beraten werden, die Schadenabwicklung soll sekundenschnell erfolgen. Darauf setzt besonders das US-Insurtech Lemonade, das nun mit der Allianz einen prominenten Förderer gefunden hat. Man sei vom technologischen Ansatz und der digitalen Kommunikation der New Yorker überzeugt, erklärten die Münchener auf Nachfrage. Es handelt sich um eine Mindestbeteiliung, man wolle das Start-up nicht übernehmen.
Ähnlich denkt Munich Re bei seinem Investment in die junge Firma Trov aus San Francisco. Sie bietet Kunden an, per App wertvolle Gegenstände einzeln zu versichern – die klassische Hausratversicherung könnte damit obsolet werden. Für erfolgreiche Direktversicherer muss man nicht über den Atlantik schauen. Die DFV feiert ihr zehnjähriges Jubiläum. Gründer und CEO Stefan M. Knoll: „Wir sind das einzige echte wirklich funk­tionierende Insurtech Deutschlands.“dg