Erschienen in Ausgabe 5-2017Trends & Innovationen

Viridium kauft letzte Bestände von Protektor

Run-off-Spezialist macht dritte Akquisition perfekt

Versicherungswirtschaft

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Der Run-off Markt ist umkämpft. Nachdem die Frankfurter Leben den LV-Bestand der Basler und der Arag erworben hat, zieht die Viridium Gruppe nach und übernimmt knapp 100.000 Policen der Mannheimer Lebensversicherung, die sich seit 2003 bei der staatlichen Auffanggesellschaft Protektor befanden. Die Verhandlungen waren im Jahr 2015 publik gemacht worden, doch zogen sich die schwierigen Gespräche lange hin. Um die Transaktion zu vollziehen, wird Protektor den Versicherungsbetrieb in eine Tochtergesellschaft namens Salvamus ausgliedern. In diese geht nicht nur der gesamte Vertragsbestand über, sondern auch sämtliche Mitarbeiter des Lebensversicherungsbetriebs. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.
Viridium, ursprünglich als Heidelberger Leben Gruppe gegründet, ist ein Gemeinschaftsunternehmen der internationalen Beteiligungsgesellschaft Cinven in London sowie der Hannover Rück. Das Unternehmen verwaltet knapp über eine Million Versicherungsverträge und ein Vermögen von rund 14,6 Mrd. Euro. Der Erwerb der Mannheimer-Verträge ist die dritte Akquisition der Gruppe nach dem Kauf der Heidelberger und der Skandia Deutschland. „Damit untermauern wir unsere Leistungsfähigkeit als führende Plattform für das Management von Lebensversicherungen“, erklärte Viridium-Vorstandsvorsitzender Heinz-Peter Roß.
Eine aktuelle PwC-Studie schätzt das Volumen aller Run-off-Bestände in Europa auf 247 Mrd. Euro. 48 Prozent hiervon werden passiv verwaltet, 28 Prozent aktiv durch den bisherigen Besitzer, 24 Prozent sind extern vergeben. Solvency II, der Digitalisierungsschub sowie der Brexit drängen die Versicherer zur Bestandsabgabe. Neben der Frankfurter Neue Leben sowie Viridium mischen auch Darag, die Göttinger MyLife sowie Apollo-Tochter Athene im deutschen Run-off-Geschäft mit.vw