Erschienen in Ausgabe 5-2017Köpfe & Positionen

Im Profil Peter Stahl

„Ohne die Generali würde es die heutige Advocard nicht geben“

Von Wolfgang OtteVersicherungswirtschaft

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Er ist froh, dass die Rechtsschutzversicherung mittlerweile in der breiten Öffentlichkeit angekommen sei und nicht mehr als reine Nischensparte gelte, erklärt Peter Stahl, Vorstandssprecher der Advocard, dem Rechtsschutzversicherer der Generali in Deutschland. Der Volljurist arbeitet seit rund 30 Jahren im Unternehmen. Man nimmt ihm ab, dass ihm die Vorstandsaufgabe Spaß macht: „Ich fahre jeden Morgen mit guter Laune ins Büro, bei Sonnenschein sogar mit doppelter Freude, weil ich meinen Job gern mache.“

Kein Jurist, der zum Lachen in den Keller geht

Stahl hat aktuell allen Grund dazu: Das Unternehmen entwickelt sich gut, die Beitragseinnahmen steigen und die Kundenzufriedenheit bewegt sich auf einem hohen Level. In den rund 20 Jahren seiner Tätigkeit bei der Advocard hat sich das Prämienvolumen auf 242 Mio. Euro mehr als verdoppelt. „Anwalts Liebling“ ist inzwischen der Sechstgrößte in seiner Branche.
Seine berufliche Karriere hat der 58-Jährige komplett in der Versicherungswirtschaft verbracht. Schon als Referendar sei ihm klar gewesen, dass er keineswegs eine Behörden-Laufbahn beschreiten wollte. Von Anfang an sah er seine Zukunft in einem Unternehmen. Schon bald wurde ihm bewusst, dass dafür nur die Versicherungsbranche in Frage kam. Der Grund ist simpel: „Normalerweise sind die Berufsaussichten in Unternehmen auf die Rechts- und Personalabteilungen begrenzt. Denn von den Produkten, zum Beispiel in der chemischen Industrie, weiß der Jurist nicht viel“, sagt Stahl. In der Versicherungsbranche sei das völlig anders. Denn im Kern sind Versicherungen auch ein juristisches Produkt, ein Leistungsversprechen. Das verstehe der Jurist und ermögliche ihm, über die klassischen Berufsfelder hinaus tätig zu sein.
In der Rechtsschutzversicherung, die nach wie vor als Wachstumssparte gilt, sieht der Manager gutes Geschäftspotenzial – und zwar aus zwei Gründen. Zum einen habe sich die Sicht auf die Sparte deutlich verändert. Während in früheren Zeiten die Anerkennung als wichtiger Versicherungsschutz auch aus Sicht des Verbraucherschutzes fehlte und dies manchmal schon frustrierend war, hat sich hier ein deutlicher Wandel vollzogen. Gerade zur Risikovorsorge werde der finanzielle Schutz für rechtliche Auseinandersetzungen nicht mehr in Frage gestellt. „Das ist inzwischen eine sehr positive Rahmenbedingung.“ Zudem sei noch lange keine Marktsättigung erreicht. Erst rund 50 Prozent aller Haushalte in Deutschland verfügten über einen entsprechenden Deckungsschutz für die…