Erschienen in Ausgabe 5-2017Unternehmen & Management

Alte Leipziger – Hallesche: Hohe Solvenzquoten – Viel Neugeschäft – Versicherungstechnik defizitär in Komposit

Von Monika LierVersicherungswirtschaft

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Der Alte Leipziger – Hallesche Konzern ist 2016 im Versicherungsgeschäft um 1,4 % auf 3,98 Mrd. Euro gebuchten Bruttobeitrag gewachsen, hat im Bauspar- und Investmentfondsgeschäft aber Federn lassen müssen, so dass sich der Gesamtumsatz um 1,2% auf 4,4 Mrd. Euro verminderte. Durch die weitere Reservenstärkung vor allem bei der Lebens- und der Krankenversicherung erhöhte sich das Eigenkapital um 7,9% auf 1,18 Mrd. Euro.
Anders als Wettbewerber legte der Konzern zur Bilanzpressekonferenz im April bereits zum zweiten Mal seine Solvency-ll-Quoten vor: Ohne Volatility Adjustment (VA) und Rückstellungstransitional kommt die Alte Leipziger Leben zum Bilanzstichtag 2016 auf 289%, die Hallesche Kranken auf 677% und die Alte Leipziger Versicherung auf 260%. Würden die Übergangsmaßnahmen in Anspruch genommen, hätten der Lebensversicherer eine Quote von 570 Prozent und der Krankenversicherer von 1.193 Prozent. Walter Botermann will diese Quoten auch vertrieblich einsetzen. Zu punkten hofft er damit, unter anderem bei Ausschreibungen für das betriebliche Altersvorsorgegeschäft. Im bAV-Geschäft liegt der Marktanteil der Alten Leipziger mit rund 8% (Neugeschäft) mehr als doppelt so hoch wie der AL-Anteil an der gesamten Lebensversicherung. „Bei den Ausschreibungen sind wegen der Solvabilität viele der für uns früher schwierigen Konkurrenten nicht mehr dabei“, sagt Botermann. Den Vertrieb schule man, damit er die Bilanzen und die Eigenkapitalstärke richtig verstehen könne.
Beim Thema Digitalisierung gibt man sich gelassen. Es gebe zwar Projekte, von denen man Produktivitätszuwächse erwarte, wolle aber kein Personal gezielt abbauen, sondern Beschäftigte eher auf neue Techniken qualifizieren. Mittelfristig gebe es aber Rückgänge beim Personal aufgrund der Demografie. 2016 wuchs die Belegschaft um 0,8% auf 2.966 Personen. Ein digitales Vorzeige-Objekt ist die App „Fit4u“, die konzernunabhängig als offenes System einen digitalen Ordner über alle Versicherungen des Nutzers beinhaltet. Zudem sind über 3.000 Banken für Online-Banking angebunden und es gibt eine Übersicht über die eigenen Depots.
Die Alte Leipziger Leben hat 2016 ihr Rekordniveau aus dem Vorjahr um 1% auf 921 Mio. Euro Neugeschäft verbessert; 30 Prozent davon entfiel auf die bAV. Damit legten die Beiträge um 0,7% auf 2,34 Mrd. Euro zu. Das deutlich gestiegene Storno liegt auch in der bAV begründet. Hier hätten zwei Vertragspartner den Durchführungsweg gewechselt, erläuterte Botermann. Bezogen auf die Zahl der…