Erschienen in Ausgabe 5-2017Unternehmen & Management

W&W: Ergebnis über den Erwartungen – Sanierung in Komposit greift – Hohe Investitionen in Digitalisierung

Von Monika LierVersicherungswirtschaft

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Die Wüstenrot & Württembergische-Gruppe (W&W) hat im Gj. 2016 mit 235,3 Mio. Euro Konzernüberschuss zwar weniger als im Rekordvorjahr verdient, aber mehr als die prognostizierten 220 Mio. Euro. Steuererstattungen und Anteilsverkäufe hatten das Vorjahr allerdings auch positiv begünstigt. Für 2016 werden den Aktionären 60 Eurocent je W&W-Aktie Dividende vorgeschlagen; dies entspricht einer Ausschüttung von rund 56 Mio. Euro. Für das Jahr 2017 rechnet der Vorstand mit einem Konzernüberschuss in der Größenordnung wie 2016. „Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, steigender regulatorischer Anforderungen und neuer Player auf den Finanzmärkten kann sich unsere Ertragskraft sehen lassen“, erklärt der neue W&W-Chef Jürgen A. Junker.
Angesichts des anhaltenden Immobilienbooms in Deutschland wird mit einem Plus bei Bausparen und Baufinanzierung gerechnet. Aber auch für die Entwicklungen im Versicherungsgeschäft sei man „grundsätzlich optimistisch“. In die Digitalisierung („W&W@2020“-Programm) sollen in den nächsten drei Jahre 100 Mio. Euro investiert werden, um über alle Vertriebswege neue Kunden- und Marktsegmente zu erreichen und zu wachsen.
Den größten Ergebnisbeitrag lieferte mit 108,3 (114,9) Mio. Euro das Segment Schaden-/Unfallversicherung, das von einem verbesserten versicherungstechnischen Ergebnis profitierte. Die Württembergische Versicherung AG erreichte 2016 mit 89,6% im direkten inländischen Geschäft eine Combined Ratio von netto 89,6% und brutto 90,2%. Dies wird der eigenen Zeichnungspolitik zugeschrieben: Die Brutto-Schadenquote des Geschäftsjahres für das inländische Geschäft sank auf 71,6 (73,9)%. Die versicherungstechnischen Netto-Rückstellungen wurden auf 2,3 (2,24) Mrd. Euro erhöht. Die Brutto-Kostenquote verringerte sich im Inland auf 26,9 (27,1)%. Die Bruttobeiträge wuchsen mit einem Plus von 2,4% fast auf dem Niveau des Marktes von 2,8%. Das Neugeschäft blieb mit 207,9 (209,8) Mio. Euro Jahresbestandsbeitrag leicht unter Vorjahresniveau. Von den Bruttobeitragseinnahmen von 1,68 Mrd. Euro entfielen 733,5 (722,6) Mio. Euro auf die Kraftfahrtversicherung. Das K-Neugeschäft verringerte sich um 1,9% auf 155,5 Mio. Euro Jahresbestandsbeitrag. Die Geschäftsjahres-Schadenquote stieg zwar auf 84,1 (83,6)%, das Segment blieb mit einem versicherungstechnischen Nettoergebnis von 20,2 (18,7) Mio. Euro aber zum zweiten Mal in Folge seit 2009 positiv. Alle Sparten des Geschäftssegments Privatkunden schlossen positiv…