Erschienen in Ausgabe 4-2017Trends & Innovationen

Generali will Vertrieb an DVAG verkaufen

Finanzvorstand Torsten Utecht leistet Widerstand und muss gehen

Von Wolfgang OtteVersicherungswirtschaft

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Ein Zerwürfnis mit Deutschlands Generali-Chef Giovanni Liverani über die Vertriebsausrichtung kostete Torsten Utecht offenbar den Job. Der Finanzvorstand scheidet vor Ablauf seines Vertrags aus dem Unternehmen aus. Was in den meisten Fällen mit unüberbrückbaren Gegensätzen in der Geschäftspolitik beschrieben wird, hätte tatsächlich für den Vertrieb des italienischen Deutschland-Ablegers gravierende Auswirkungen. Liverani soll mit DVAG-Chef Andreas Pohl über den Verkauf des gesamten Generali-Exklusiv-Vertriebs an diesen verhandeln. Außerdem denke der Diplom-Ingenieur aus Mailand in diesem Zusammenhang über die Einstellung des kompletten Maklergeschäfts nach. Zuvor war der Verkauf von Lebensversicherungen über freie Vermittler bereits an den Maklerversicherer des Konzerns, die Dalog, übertragen worden. In einem weiteren Schritt will Liverani die Generali Lebensversicherung in den Run-off schicken, weil dort die Gewinn-Margen nicht mehr stimmen. Offensichtlich gibt es bereits „Grünes Licht“ für die Umsetzung der Pläne durch die Triester Zentrale des italienischen Versicherers (siehe Seite 36).
Die Vorhaben sollen von Torsten Utecht nicht nur kritisiert, sondern auch durch betriebswirtschaftliche Berechnungen als zu riskant bewertet worden sein. Tatsächlich gibt es große Unwägbarkeiten, was den Vertrieb betrifft. Nicht jeder Vermittler der Generali kann sich mit einer Übernahme durch die DVAG anfreunden und dürfte sich daher einen anderen Versicherer als Partner suchen. Diese Fahnenflucht kann bedeuten, dass bis zu 80 Prozent der Bestände gleich mit zur Konkurrenz wandern. Aber auch Kunden können durchaus abspringen, wenn sie mehr oder weniger gezwungen werden, zum zweiten Versicherer der Generali-Gruppe, der Aachen Münchener, wechseln zu müssen.wo