Erschienen in Ausgabe 4-2017Unternehmen & Management

Hannover Rück: Rekordgewinn – Positives Kapitalanlageergebnis – Preiskampf führt zu Geschäftsrückgang

Von Claudia Schmidt-WehrmannVersicherungswirtschaft

Lesen Sie den vollständigen Artikel

Erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln unserer Fachzeitschriften und Publikationen.
Die Hannover Rück hat in ihrem 50. Geschäftsjahr zum fünften Mal in Folge einen Rekordgewinn erzielt und schüttet an ihre Aktionäre so viel aus wie noch nie. Mit einem Konzerngewinn von 1,17 Mrd. Euro hat der weltweit drittgrößte Rückversicherer, wie Vorstandschef Ulrich Wallin bei der Vorlage der Bilanz 2016 hervorhob, auch sein selbst gestecktes Ziel übertroffen. Grundlage für das erneut sehr gute Geschäftsergebnis lieferte laut Wallin eine starke versicherungstechnische Rechnung in der Schaden-Rückversicherung vor dem Hintergrund eines erneut moderaten Schadenanfalls zusammen mit dem erfreulichen Kapitalanlageergebnis. Zudem sei die Steuerquote auf ein normales Niveau gesunken (24,2 nach 27,3%). Den größten Beitrag zu dem Rekordgewinn leistete die Schaden-Rückversicherung. Aufgrund ihrer guten Wettbewerbspositionierung sowie der geringen Verwaltungskosten stellt die Sparte unter Beweis, dass sie auch in einem schwierigen Marktumfeld mit schwachen Margen erfolgreich sein kann, heißt es in dem Geschäftsbericht. Das im Vergleich zum Vorjahr wegen des Fortfalls eines Einmaleffektes geringere Ergebnis der Personen-Rückversicherung erhielt die Bewertung „solide“. Besonders erfreulich bezeichnete Wallin das Kapitalanlageergebnis. Trotz anhaltender Niedrigzinsen sei das Ziel für die Rendite übererfüllt worden.
Die Aktionäre, allen voran die Talanx, die mit 50,2% die Mehrheit an der Hannover Rück hält, bekommen eine Dividende von 5,00 (4,75) Euro je Aktie. Die Ausschüttungsquote bezifferte Wallin mit über 50% des Konzernergebnisses, wobei sich allerdings die Basisdividende im Rahmen der festgelegten Ausschüttungsquote von 35 bis 40% bewegt. Wie schon im Vorjahr wurde die Sonderdividende mit dem üppigen Kapitalpolster der Hannover Rück begründet, das auch 2016 wegen mangelndem lukrativen Neugeschäft noch weiter angeschwollen ist. Mit einer Sonderausschüttung können die Aktionäre auch für das laufende Jahr rechnen, denn der Vorstandschef will den dritten Milliardengewinn in Folge einfahren. Aufgrund der Vertragserneuerungsrunde zum Jahreswechsel, die mehr Geschäft als erwartet in die Bücher spülte, hatte Wallin bereits Anfang Februar die Gewinnprognose angehoben und einen Gewinn von mehr als einer Mrd. Euro in Aussicht gestellt. Dazu verspricht sich der Vorstandschef vor allem einen substantiellen Ertrag der auf die Solvenz- und Kapitalsituation der Kunden fokussierten Sparte Financial Solutions. Insgesamt rechnet die Hannover Rück nach dem Rückgang der…