Erschienen in Ausgabe 4-2017Unternehmen & Management

Auf Knopfdruck verschlankt

Der IFRS17-Standard zwingt Versicherer zur Umstellung ihrer IT-Prozesse

Von Monika Wieneke und Sebastian JustiVersicherungswirtschaft

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Digitalisierung, Solvency II, IFRS, ORSA: Mit wachsenden Regulierungspflichten, Reporting-Anforderungen und generellem Kostendruck stehen Versicherungsunternehmen vor großen Herausforderungen. Um die Prozesse rund um Aktuariat und Risikomanagement zu bewältigen, ist eine professionelle und wertschöpfende IT-Infrastruktur mit einem entsprechenden Software-Portfolio unentbehrlich.
Die Anpassung der Versicherungs-IT ist jedoch häufig sehr komplex und die Umsetzung von Modernisierungsprojekten dauert häufig bis zu einem Jahr. Noch komplexer wird es, wenn Systeme erstmalig miteinander kommunizieren sollen oder aufeinander abgestimmt werden müssen. Bei derart aufwendigen Projekten ziehen Versicherer zunehmend externe Dienstleister heran, an die sie die entsprechenden Aufgaben auslagern. So hat die Chesnara plc – eine britische Run-off-Plattform – wesentliche aktuarielle Services ausgelagert, um effiziente und kostengünstige Prozesse realisieren zu können: Willis Towers Watson hat die aktuariellen Services im Umfang von 330.000 Lebensversicherungs-Policen, darunter die von Irish Life & Permanent, JP Morgan sowie Direct Line, mit einem zu verwaltenden Vermögen von zwei Mrd. britische Pfund übernommen. Im Rahmen einer vierwöchigen Testphase wurde ein integrierter Ansatz aus Software, Technologien und Beratungsservices für einen Teilbestand erprobt und umgesetzt. Der in der Pilotphase entwickelte Ansatz wurde inzwischen im tatsächlichen Reporting umgesetzt und bildete die Basis für die Integration weiterer Teilbestände.

Modularer Ansatz erspart Hälfte der Arbeitszeit

Konkret haben IT-Experten und Aktuare eine IT-Umgebung geschaffen, in der jeder einzelne Schritt eines jeden Arbeitsablaufs kontrollierbar und planbar ist. Dazu gehörte die Optimierung der Input-Daten im Hinblick auf das Output-Reporting, inklusive der Implementierung einer automatisierten Validierung von Modellergebnissen. Außerdem wurde für alle Aufgaben, die eine menschliche Entscheidung benötigen, eine automatische Benachrichtigung an die entsprechenden Entscheider aufgesetzt, sodass die Software-Lösung auch den Großteil des Prozessmanagements übernimmt. Die IT-Experten haben für das gesamte Projekt einen modularen Ansatz gewählt, bei dem ein Haupt-Arbeitsprozess viele kleinere Prozesse steuert. Dementsprechend wurden bestehende Abläufe nicht nur optimiert, sondern komplett neu aufgesetzt. Chesnara konnte in der Testphase eine signifikante Einsparung der Arbeitszeit verzeichnen: Prozesse, die…