Erschienen in Ausgabe 4-2017Köpfe & Positionen

Im Profil Elisabeth Stadler

„Unternehmen, die von Frauen geführt werden, können erfolgreicher sein“

Von Wolfgang OtteVersicherungswirtschaft

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Ihr weiblicher Charme sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie zu den erfahrensten und mächtigsten Köpfen der europäischen Versicherungswirtschaft zählt. Elisabeth Stadler, Vorstandsvorsitzende der Vienna Insurance Group (VIG), die es geschafft hat als Frau einen der größten börsennotierten, international tätigen Versicherungskonzerne in Zentral- und Osteuropa (CEE) mit neun Milliarden Euro Beitragseinnahmen zu führen. Die Unternehmensgruppe mit Sitz in Wien ist mit rund 50 Versicherungsgesellschaften in 25 Ländern tätig und beschäftigt rund 23.000 Mitarbeiter. In Deutschland ist die VIG mit der Interrisk vertreten.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Große Töne sind nicht Stadlers Sache. Sie weiß sich mit Überzeugung und analytischer Stärke in einer Männerdomäne zu behaupten. Vor allem mag sie es nicht auf das Thema Frau reduziert werden. „Ich habe meine gesamte über 30-jährige berufliche Laufbahn auf Leistung gesetzt“, sagt sie. Zahlen und Mathematik haben die geborene Niederösterreicherin schon von Kindesbeinen an interessiert und fasziniert. Im Gymnasium ist die kultur-und kunstbegeisterte Managerin sogar freiwillig einmal die Woche zur Mathematik-Olympiade gegangen. Daher war es nach dem Abitur logisch, dass sie „irgendetwas mit Mathematik“ studieren wollte. Ihre Wahl fiel schließlich auf das Studium der Versicherungsmathematik. Dass diese Wissenschaft seit ihrer Kindheit große Anziehungskraft auf sie ausgeübt habe, bedeute aber keineswegs, eine Stubenhockerin gewesen zu sein, die in ihrer Freizeit ständig über Mathe-Formeln gebrütet habe. Sie selbst bezeichnet sich als ganz normal aufgewachsenes Kind. Mit dem Fahrrad tollte sie durch die Weinberge rings um ihre Heimatgemeinde. Zum Winter gehörten Skifahren und Rodeln mit Gleichaltrigen dazu.
Durch das Studium der Versicherungsmathematik war die Karriere in der Versicherungswirtschaft vorgezeichnet. „Ich habe mein ganzes Berufsleben dieser Branche gewidmet und keinen Tag davon bereut.“ Diese Aussage glaubt man ihr. Versicherungen leisteten eine sehr wichtige und sinnvolle Aufgabe, nämlich Menschen durch finanzielle Absicherung vor existenzgefährdenden Risiken zu schützen. In all den Jahren sei es ihr darum gegangen, die Produkte und Leistungen an die sich ändernden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Parameter anzupassen.
Die 55-Jährige startete 1983 als Versicherungsmathematikerin bei der Vorgängergesellschaft der heutigen Uniqa, der Bundesländer-Versicherung. Zuletzt war Stadler dort im…