Erschienen in Ausgabe 4-2017Trends & Innovationen

Digitale Debeka

Koblenzer Krankenversicherer öffnet sich neuen Ertragspotenzialen

Von Monika LierVersicherungswirtschaft

Lesen Sie den vollständigen Artikel

Erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln unserer Fachzeitschriften und Publikationen.
Anders als es viele Schlagzeilen verkündeten, haben die Versicherten der Debeka Krankenversicherung die Beitragsanpassungen (BAP) zum Jahresbeginn gut weggesteckt. „Wir hatten ganze 152 Beschwerden bei 1,5 Millionen angepassten Verträgen; davon drei bei der Bafin und drei beim Ombudsmann. So wenig, wie nie zuvor“, berichtete Vorstandschef Uwe Laue bei der Vorlage der noch vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2016. Nach fünf bis sechs Jahren Pause hatte die Debeka die Beiträge für 1,5 von 2,3 Millionen Vollversicherten um 8,5 Prozent und in der Spitze bis zu 20 Prozent angehoben. Hätte man den Anpassungsbedarf zeitlich verteilen können, hätte die jährliche Erhöhung nur 1,6 bzw. 1,4 Prozent betragen. Doch eine stetigere und maßvollere Beitragsentwicklungen ohne Sprünge lässt die Gesetzeslage derzeit nicht zu und mit einer Änderung des Berechnungsmodus sei auch für diese Legislaturperiode nicht mehr zu rechnen, so Laue. Die Debeka-Kunden hätten diese BAP bzw. die Notwendigkeit offensichtlich verstanden.

Nachwuchsmangel bereitet Probleme

Um einen „Beitrag zu mehr Transparenz im Markt der Vergleichsportale für die private Krankenversicherung“ zu leisten, will die Debeka zusammen mit der Concordia Kranken und der Huk-Coburg-Kranken ein Online-Vergleichsportal betreiben. „Im Gegensatz zu anderen Vergleichsportalen wird das neue Portal ohne finanzielle Interessen im Hinblick auf Vertragsabschlüsse betrieben“, sagt Laue. Ohne personenbezogene Daten nennen zu müssen, sollen sich Interessierte über die Tarife von 30 Anbietern, die rund 98 Prozent des Marktes ausmachen, kostenlos informieren können. Der Rechenkern orientiert sich an den Vorgaben, die eine renommierte Verbraucherschutz-Zeitschrift bei ihren Tests setzt. Entwickelt wurde die in Kürze online gehende Plattform von der Freiburger KVpro.de GmbH. Wie zu hören ist, soll die Erstellung des Portals weniger als eine Million Euro gekostet haben. Bei den Betriebskosten wird mit weniger als einer halben Mio. Euro gerechnet.
Im Rahmen der Beitragsanpassungen ist bei der Debeka zum ersten Mal der Tarifwechsel-Leitfaden zum Einsatz gekommen und hat sich nach den Ausführungen von Laue bewährt. Die Beratung beim Tarifwechsel sei eine originäre Aufgabe des Versicherungsvertriebs, betonte Laue. Insofern dürfe es Tarifwechselberatung als Geschäftsmodell eigentlich gar nicht geben. „Die Debeka unterstützt das, was der Bund der Versicherten gerade macht“, sagte er. Der BdV hat beim Landgericht Heidelberg Klage gegen die…