Erschienen in Ausgabe 3-2017Trends & Innovationen

Ergo Direkt stellt Neugeschäft in Leben und Unfall ein

Die Leitung des Online-Geschäfts der gesamten Ergo-Gruppe soll der Direktversicherer in Zukunft übernehmen

Versicherungswirtschaft

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Große Veränderungen bei der Ergo Direkt: Das Unternehmen stellt sein Neugeschäft mit eigenständigen Produkten teilweise ein. Als neue Aufgabe sollen die Mitarbeiter den Online-Vertrieb der Ergo-Policen organisieren und die digitale Betreuung der Kunden übernehmen. Das teilte Unternehmenschef Peter Stockhorst seinen Angestellten in Nürnberg mit. Mit der Einstellung geht ein Arbeitsplatzabbau von rund 50 Stellen einher. Das Neugeschäft wird in den Bereichen Leben- und Unfallversicherung künftig von Ergo Direkt lediglich verwaltet. Die frei gewordenen Kapazitäten sollen nach Angaben aus dem Unternehmen an anderen Stellen im Konzern eingesetzt werden.
Speziell in der Lebensversicherung hat der Online-Versicherer mit sinkenden Prämien-Einnahmen zu kämpfen: Diese schrumpften von 2013 bis 2015 von 628 Mio. Euro auf 508 Mio. Euro. „Als Online-Kompetenzzentrum wird die Ergo Direkt künftig die Verantwortung für das Online-Geschäft der gesamten Ergo-Gruppe in Deutschland tragen“, erläutert Pressesprecher Florian Amberg die Pläne. Der Bereich Krankenversicherung bleibe bestehen und damit auch das Kernprodukt, denn schließlich ist die Ergo der „größte Zahnzusatzversicherer in Deutschland”, erklärt der Unternehmenssprecher. Die Ergo Direkt will die eigene Online-Kompetenz und die Nähe zum Kunden ausbauen. So werden die Bereiche Customer-Relationship-Management (CRM) und Data Analytics für Deutschland übernommen. Um die Expertise in diesen Bereichen zu stärken, wurden bereits erfahrene externe Führungskräfte angeworben.

Fintech-Gründer für den Vertrieb

Es passt auch ins Bild, dass der neue Vertriebschef Manuel Nothelfer ein Fintech-Experte ist. Der 37-Jährige war zuvor Chief Marketing und Operating Officer sowie Managing Director bei Auxmoney, einem Portal, bei dem Privatleute Kredite einwerben können. Zuvor hatte der promovierte Ökonom bereits zusammen mit Steffen Zoller die Plattform betreut.de gegründet, bei der Familien regional Alltagshelfer wie Au Pairs, Seniorenbetreuung oder Nachhilfe organisieren können. Diese Erfahrung „wird uns dabei helfen, Ergo Direkt zum Kompetenz-Zentrum Online für Ergo Deutschland auszubauen“, betont Vorstandschef Stockhorst.
Die neue Ergo-Marke Nexible soll mit der Neuafteilung des Aufgabengebietes nichts zu tun haben. Nexible setzt bei seinem Angebot auf eine rein digitale Ansprache, während die Ergo einen hybriden Ansatz verfolgt.vw