Erschienen in Ausgabe 3-2017Trends & Innovationen

Indexpolicen: Garantie sinkt, Überschussbeteiligung steigt

Die marktdurchschnittliche Beitragsrendite liegt bei minus 0,26 Prozent

Versicherungswirtschaft

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Die indexgebundene Rentenversicherung, kurz Indexpolice, wird von Lebensversicherern seit einigen Jahren als eine interessante Alternative für die private Altersvorsorge angesehen. Und das Produkt ist weiter auf dem Vormarsch. Im Unterschied zum Vorjahr sehen aber nicht mehr alle analysierten Tarife einen vollständigen Beitragserhalt zum Ende der Ansparphase vor, stellt die Ratingagentur Assekurata fest. Dies habe dazu geführt, dass der Marktdurchschnitt der garantierten Beitragsrendite für den Assekurata-Mustervertrag nach 25 Jahren in der aktuellen Untersuchung mit minus 0,26 Prozent negativ ausgefallen sei. Auch bei Indexpolicen könnten die Kapitalgarantien infolge der extremen Niedrigzinsbedingungen unter Druck geraten, meint Lars Heermann, Bereichsleiter Analyse bei Assekurata. Im Rahmen ihrer Marktstudie 2017 wurden insgesamt 13 Anbieter (Vorjahr: zehn) mit einem Marktanteil von 40 Prozent untersucht. So enthalten alle Tarife die beiden versicherungstypischen Garantieelemente der Mindest-Rückkaufswerte und der lebenslangen Mindestrente.
Deutlich höher falle hingegen die Überschussbeteiligung von Indexpolicen aus. Demnach liegt die laufende Verzinsung für die Indexbeteiligung laut Ratingagentur aktuell bei durchschnittlich 2,92 Prozent (Vorjahr drei Prozent). „Hohe Überschussdeklarationen von Indexpolicen sind für den Kunden positiv, zugleich aber auch zwingend notwendig, um die Renditechance aus der Indexpartizipation zu erhalten”, betont Lars Heermann, Bereichsleiter Analyse bei Assekurata. Das Wohl und Weh der Performance der Indexpolicen korreliert stark mit der Höhe der Überschussbeteiligung der Lebensversicherer: Je niedriger diese ausfällt, desto niedriger fällt auch der monatliche Cap oder die Indexquote aus. Grundsätzlich fahren Indexpolicen mit einer Indexquote bei hoher monatlichen Volatilität des Referenzindex eine höhere Performance ein als mit einem Cap. Ein isolierter Renditevergleich von Indexpolicen mit den langfristigen Vergangenheitsrenditen klassischer Rentenversicherungen ist allerdings nur wenig aussagekräftig, was Assekurata vor allem auf die noch junge Produkthistorie zurückführt. So haben Indexpolicen in den vergangenen Jahren zwar jährliche Renditegutschriften zwischen 3,0 und 4,5 Prozent – in einzelnen Marktphasen sogar rund sechs Prozent – erzielt. Allerdings mussten die Kunden aufgrund der aktuellen Marktentwicklungen auch häufiger mit Null-Renditen leben. Insgesamt liege die sichere Verzinsung derzeit im Durchschnitt der…