Erschienen in Ausgabe 3-2017Trends & Innovationen

Des einen Freud, des anderen Leid

Geschäftsentwicklung der Versicherer zeigt ein buntes Bild

Von David GorrVersicherungswirtschaft

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Die großen Versicherer haben Schwierigkeiten mit ihrem Kerngeschäft aus eigener Kraft zu wachsen. Die Rückversicherer dagegen sind von den Launen der Natur abhängig. Die Schäden durch den Hurrikan „Matthew“ und das Erdbeben in Neuseeland hatten im vierten Quartal zusammen mit fast einer halben Mrd. Euro bei der Munich Re zu Buche geschlagen. Größtes Schadensereignis waren mit 404 Mio. Euro die Waldbrände in der kanadischen Provinz Alberta. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sank der Gewinn des Rückversicherers auf 2,6 Mrd. Euro (2015: 3,1 Mrd.). Das war weniger als von Analysten erwartet – und der dritte Gewinnrückgang in Folge. Auch die kriselnde Tochter Ergo belastet die Kasse der Munich Re mit 40 Mio. Euro Minus. Ganz anders die Entwicklung des Rückversicherers aus Niedersachsen. Der Überschuss beim Konkurrenten Hannover Rück überschritt mit 1,17 Mrd. Euro zum zweiten Mal in der Unternehmensgeschichte die Milliardenschwelle. Der drittgrößte Rückversicherer der Welt hat in der Erneuerungsrunde mehr Geschäft gezeichnet als erwartet und rechne daher nun mit einem kleinen Prämienzuwachs. Einschließlich der Bilanzschutz-Firmenverträge wuchs das Portfolio der Hannover Rück zum Jahreswechsel um sieben Prozent. Auch die Munich Re hofft auf eine Trendwende bei den Prämien. Im Schaden- und Unfallgeschäft Anfang 2017 konnte die Münchner den seit Jahren grassierenden Preisrückgang auf ein halbes Prozent eindämmen.

Kaum Schäden, Gewinn legt zu

Der führende Erstversicherer in der Schweiz, die Zurich, setzte seine Problemsparte, das Großkundengeschäft in der Schadenversicherung, wieder zurück in die Spur. Dort legte der Gewinn um 182 Prozent auf 2,4 Mrd. US-Dollar (2015: 864 Mio.) zu. Der Reingewinn stieg 2016 um 74 Prozent auf 3,21 Mrd. Dollar (2015: 1,84 Mrd.).
Konzernchef Mario Greco führt das auf das angekündigte Sparprogramm zur Senkung der Betriebskosten um 300 Mio. Dollar zurück. Experten haben angesichts der geringen Katastrophenschäden mit einem besseren Abschneiden gerechnet und die US-Tochter Farmers hat ihr Gewinnplus nur einem Sondereffekt zu verdanken. Auch die Talanx führt ihren vorläufigen Gewinn von 900 Mio. Euro auf steuerliche Sondereffekte und eine geringe Großschadenbelastung zurück.
Beim Umsatz und Ertrag konnte auch Europas größter Versicherer nicht positiv überraschen: Die Allianz steigerte ihren Jahresüberschuss 2016 dank geringer Schäden und guter Geschäfte mit Lebens-und Krankenversicherungen um vier Prozent auf 6,9 Mrd. Euro. Der Umsatz ging um gut…