Erschienen in Ausgabe 3-2017Unternehmen & Management

In den sicheren Armen des Roboters

Maschinen pflegen Ältere billiger, doch vor deren Einsatz in Krankenhäusern muss die Haftungsfrage geklärt werden

Von Jasmin Hambsch und David GorrVersicherungswirtschaft

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Sie heißen Paro, Robear, Roreas oder Care-O-Bot. Sie sprechen oder spielen mit uns, bringen uns zu Bett oder zum Mittagessen. Und doch steckt hinter ihren Augen keine lebendige Kreatur, sondern komplizierte Elektronik. Pflege- und Service-Roboter sollen zukünftig zum Wegbegleiter für alternde Menschen werden. Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung in Auftrag gegebene forsa-Umfrage zeigt: Die meisten Menschen hätten damit kein Problem: 83 Prozent der 1.000 Befragten würden das Altern lieber mithilfe eines Roboters meistern, wenn sie dadurch den Heimaufenthalt umgehen könnten. Diese Bereitschaft ist notwendig, wenn man den Statistiken glauben schenkt: Nicht nur die Anzahl der Menschen, die Pflege benötigen, könnte sich laut Statistischem Bundesamt bis zum Jahr 2050 auf weit über vier Millionen verdoppeln, im Zuge des demografischen Wandels werden sowohl pflegende Angehörige als auch professionelles Pflegepersonal immer älter und weniger belastbar. So verwundert nicht, dass das Personal im Gesundheitswesen laut DAK Gesundheitsreport 2016 mit den höchsten Krankenstandswert aufweist. Häufigstes Gebrechen: Der Rücken. Doch es gibt Helfer, die gegen dieses Leiden immun sind: Der vom japanischen Forschungsinstitut Riken entwickelte humanoide Roboter namens Robear ist einer davon. Mit langen, kraftvollen Armen kann er Patienten vom Bett in den Rollstuhl heben und umgekehrt. 2015 wurde der als Bär gestaltete Roboter mit sensibler Motorik und ausfahrbaren Standfüssen der Presse vorgestellt.

EU fordert ein Robotergesetz

Riken ist nicht der einzige Entwickler von Pflegerobotern. Besonders japanische Firmen, darunter Toshiba, Panasonic und Toyota, wagten mit humanoiden Robotern Vorstöße auf den Pflegemarkt, denn das demografische Problem ist dort weiter fortgeschritten. Für Deutschland ist Japan, diesjähriges Partner-Land der Cebit, somit ein Abbild einer möglichen Zukunft der heimischen Pflegebranche. Doch während hierzulande die Angst vorherrscht, dass über Roboter die Arbeit wegrationalisiert wird, betrachten die Menschen in Japan die Automation eher als Erleichterung der Arbeit. Schon heute liege Deutschland bei der „Roboter-Dichte“ weltweit auf Platz drei hinter Südkorea und Japan – und trotzdem sei die Beschäftigung auf einem Rekordstand, erklärt der Maschinenbau-Verband VDMA.
Das muss so nicht bleiben: Weil dem Staat Einkommenssteuern durch wegfallende Jobs verloren gehen, fordert Bill Gates eine Steuer auf Roboter. Auch das Europäische Parlament gab…