Erschienen in Ausgabe 3-2017Unternehmen & Management

„Idee der Zielrente ist grundsätzlich gut“

Fabian von Löbbecke, bAV-Leader bei HDI, über das Garantieverbot im neuen Sozialpartnermodell

Von Wolfgang OtteVersicherungswirtschaft

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Versicherungswirtschaft: Das so genannte Betriebsrentenstärkungsgesetz soll noch in der ersten Hälfte dieses Jahres vom Bundestag verabschiedet werden. Neben einer Reihe von Verbesserungen, die die bAV attraktiver machen, steht das von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles initiierte Sozialpartnermodell im Fokus der Kritik. Welche Impulse erwarten Sie für dieses Jahr von der Reform?

Fabian von Löbbecke: Für 2017 erwarten wir durch das Betriebsrentenstärkungsgesetz weitere Wachstumsimpulse, weil neben dem neuen Sozialpartnermodell auch die klassischen Durchführungswege gestärkt werden.

Wie stark wird sich aus Ihrer Sicht die bAV im Gesamtmarkt mit Lebensversicherungen entwickeln?

Die bAV wird in den nächsten Jahren einen deutlichen Aufschwung erfahren. Die Unternehmensberatung Oliver Wyman schätzt, dass der Anteil der bAV im Neugeschäft bis zum Jahr 2025 auf rund 50 Prozent ansteigt, sollte die Bundesregierung die bAV zur Pflicht machen. Dem kann ich mich anschließen. Interessanterweise sind die Zeiten vorbei, in denen Vertriebsvorstände jährlich nicht mehr als 20 Prozent bAV-Anteil am Gesamtgeschäft einfahren wollten.

Wie ist das bAV-Geschäft der Talanx-Gruppe 2016 verlaufen?

Das Geschäft ist im letzten Geschäftsjahr sehr zufriedenstellend verlaufen. Gerade nach den schwierigen Jahren infolge der Kapitalzinsentwicklung und dem Produktwechsel hin zu kapitaleffizienteren Tarifen, konnten wir 2016 nicht nur einen deutlichen Aufschwung verspüren, sondern verzeichnen auch wieder mehr Wachstum. Die Umstellung der Produktpalette vor rund einem Jahr und unsere deutliche Fokussierung auf die Themen Breitengeschäft, Biometrie und Auslagerung von Pensionsverpflichtungen haben uns einen Schub gegeben.

Sie setzen in der bAV im Talanx-Konzern schwerpunktmäßig auf die Durchführungswege Direktversicherung und Unterstützungskasse. Sind das auch in Zukunft Ihre Favoriten?

Die Direktversicherung hat sich als einfacher, von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gut verstandener Durchführungsweg erwiesen. Die staatliche Förderung wird sogar, wenn das Reform-Gesetz so kommt wie es jetzt vorliegt, von vier auf acht Prozent der Beitragsbemessungsgrenze West ausgeweitet. Wenn das nicht reicht, kann auf die Unterstützungskasse zurückgegriffen werden, die keinerlei Bilanz-Berührungen für den Arbeitgeber hat. Diese beiden Wege sind für die Mehrzahl der Menschen nach wie vor die geeignetsten Durchführungswege.
Im Verlauf der Diskussionen um das bAV-Reformgesetz haben Sie einen Zehn-Punkte-Plan…