Erschienen in Ausgabe 3-2017Märkte & Vertrieb

„Risikokapital existiert im Überfluss und das Geschäft bleibt ein Nasengeschäft“

Alexander Nagler, Hauptbevollmächtigter AIG Deutschland, über Wachstumsstrategien und digitale Anpassungen

Von Tobias DanielVersicherungswirtschaft

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Versicherungswirtschaft: Sie sind seit 2014 als Hauptbevollmächtigter von AIG Deutschland verantwortlich für die strategische Ausrichtung des Unternehmens in der DACH-Region. Wie würden Sie die Bilanz Ihrer bisherigen Amtszeit skizzieren und wo sehen Sie den Status Quo von AIG Deutschland im März 2017?

Alexander Nagler: Ich bin sehr positiv gestimmt. Wir sind in der DACH-Region seit 2014 jährlich zweistellig gewachsen. Das spricht in meinen Augen dafür, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Mein Team und ich haben uns von Anfang an darauf konzentriert, in den direkten und persönlichen Kontakt mit Kunden und Partnern zu treten und diese erhöhte Visibilität ist allgemein auf breite Anerkennung gestoßen. Die DACH-Region und vor allem Deutschland ist eine Top-Priorität für AIG in Europa. In der Vergangenheit war hier unsere Strategie, sich breit aufzustellen und alle Bereiche gleich gut abzudecken. Wir haben Verbesserungspotenzial erkannt und beschlossen stärker zu fokussieren. Unser Geschäft basiert jetzt auf drei Kernbereichen. Der erste Bereich ist unser Client Segment – das sind überwiegend Konzernkunden, die aufgrund ihres multinationalen Profils ein natürlicher Partner von AIG sind. Bei meinem Antritt 2014 hatten wir 305 potenzielle Konzernkunden in diesem Segment. Jetzt konzentrieren wir uns auf 100 davon – diese Auswahl an Kunden verfügt über einen firmeneigenen Vermittler bzw. eigenständige Risk-Managementabteilung. Der zweite Schwerpunkt sind technische Makler, die den Industriekundenbereich in Deutschland beraten. Ich freue mich darüber, dass wir 2016 beispielsweise mit den fünf größten Maklerhäusern Deutschlands unseren Bestand um 30 Prozent ausbauen konnten. Unsere dritte Säule ist AIG.Digital. Wir wollen zum „Digital Leader“ im Gewerbekundenbereich werden. Dafür digitalisieren wir unser Gewerbekundengeschäft noch in diesem Jahr vollständig und stellen alle analogen Produkte auf Bipro-Standard um.

Sie sprechen vor allem von mehr externer Wahrnehmung. Was verstehen Sie darunter?

Wir reden zwar sehr oft über Technologie, die unser Geschäft ohne Zweifel in den kommenden Jahren stark beeinflussen wird. Getrieben wird es jedoch immer noch von Menschen. In meinen Augen ist und bleibt unser Geschäft ein Nasengeschäft: Wir versichern für unsere Kunden weltweit komplexe Risiken, da geht es um Versprechen und Vertrauen. Das entsteht auf einer zwischenmenschlichen Ebene und diese Ebene ist für uns genauso wichtig wie für unsere Kunden.
Wir möchten als…