Erschienen in Ausgabe 3-2017Köpfe & Positionen

Im Profil Rainer Reitzler

„Wir setzen bewusst auf Pflege, das ist ein Wachstumsmarkt. Bei Krankenvollversicherung wissen wir ohnehin nicht, was noch kommt“

Von Wolfgang OtteVersicherungswirtschaft

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Auch wenn er damit nicht unbedingt ein gutes Vorbild für seine Branchenkollegen sein will, hat sich Rainer Reitzler entschieden, beim Dienstwagen aus Kostengründen eine Nummer kleiner zu fahren. Er nutzt keine der gängigen Nobelmarken, sondern einen Skoda Superb. Die einleuchtende Begründung liefert der Vorstandsvorsitzende des traditionsreichen Münchener Vereins (MV) gleich hinterher: „Wenn wir im Unternehmen allgemein auf Sparsamkeit achten, muss der Vorstandsvorsitzende ebenfalls Zeichen setzen.“ Diese Einstellung trifft ebenso auf das funktional ausgestattete Büro des 52-Jährigen zu: Neben einem „normalen“ Schreibtisch und einer bescheidenen, aber gemütlichen Besprechungsecke sind keine Status-Accessoires zu finden. Mit Stolz zeigt der Chef des traditionsreichen Vereins auf Gegenseitigkeit mit rund 700 Mio. Euro jährlichen Beitragseinnahmen auf ein farbenfrohes Wandgemälde und erläutert: „Das hat die Ehefrau eines Außendienst-Mitarbeiters gestaltet. Es hat eine starke Symbolkraft und drückt auf beeindruckende Weise die Identität des MV aus, seine vielfältige Dynamik und die seiner Menschen.“ Zudem würden in allen Broschüren und Prospekten Personen ausschließlich durch die eigenen Mitarbeiter dargestellt. Er wertet seine Idee als Zeichen aktiver und guter Unternehmenskultur. Die Mitarbeiter seien begeistert darüber.

„Erfinder“ des Coburger Schutzschilds

Der gebürtige Coburger startete nach dem Abitur eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann, begann 1987 in Bayreuth Betriebswirtschaftslehre zu studieren und ging zwischendurch für ein Jahr nach Italien. Hier sammelte er erste Erfahrungen im Tochterunternehmen eines deutschen Versicherers. „Obwohl ich auch aus dem Bank- und Sparkassenbereich Angebote für eine Ausbildung hatte, habe ich mich für die Assekuranz entschieden.“ Das war nicht ganz uneigennützig, wie er gern zugibt. „In der Zentrale einer großen Versicherung sah ich für mich bessere Entwicklungsmöglichkeiten.“ Seine Leidenschaft für den Vertrieb entdeckte Reitzler, als er sein Studium mit dem Verkauf von Versicherungen finanzierte.1993 führte ihn dann sein Weg zurück in die oberfränkische Heimat, wo er als stellvertretender Vertriebsleiter den Start der Huk-Coburg Bausparkasse begleitete. Von 1995 an übernahm er für rund sechs Jahre die Leitung des Marketingbereichs der Huk-Coburg- Gruppe. Was kaum jemand noch weiß: Während dieser Zeit wurde von ihm gemeinsam mit der damaligen Agentur der werbewirksame Schutzschild „erfunden“.
Schon ein Jahr nach…