Erschienen in Ausgabe 2-2017Märkte & Vertrieb

Schlechte Zeiten für Optimisten

Das World Economic Forum (WEF) analysiert den Zustand dieser Welt

Von Barbara BierachVersicherungswirtschaft

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Unterbeschäftigt, uneins und unter Attacke: Der Global Risk Report 2017 des World Economic Forum beschäftigt sich mit der wachsenden Ungleichheit. Das WEF will den Zustand dieser Welt verbessern. Die Analyse durch das WEF legt den Schluss nahe, dass zwar viel nachgedacht und diskutiert, aber wenig bewirkt worden ist.
Soziale Verwerfungen, sinkende Verteilungsgerechtigkeit und wachsende Umweltgefahren – beispielsweise durch den Klimawandel und seine Folgen – sind laut WEF die drei Top-Trends, die die Risikolandschaft der kommenden zehn Jahre prägen werden. „2016 hat sich unsere Wahrnehmung von Risiken tiefgreifend verändert“, schreibt der Gründer des World Economic Forum (WEF), Klaus Schwab, im Vorwort des Global Risk Report. „Soziale Polarisierung, wachsende Einkommensunterschiede und der nach innen gerichtete Blick vieler Staaten bestimmen zunehmend die Weltpolitik. Durch die jüngsten Wahlergebnisse werden diese Trends nachhaltigen Einfluss darauf haben, wie sich Wirtschaftsnationen verhalten und aufeinander reagieren werden.“
Für den Global Risk Report 2017 haben 750 von WEF benannte Experten insgesamt 30 Risikofelder analysiert. Dazu die 13 Trends, die diese Risiken beeinflussen und ihre Vernetzung untereinander. Unterstützt wurde das Forum dabei von der Risikoberatung Marsh McLennan und der Zurich.
Aus Sicht des WEF-Risikopanels werden drei Schlüsselfaktoren das Wohl und Wehe der Welt in der kommenden Dekade bestimmen:
Die Listen der wichtigsten Risiken spiegeln diese Wahrnehmung: Betrachtet nach Eintrittswahrscheinlichkeit zählt das WEF extreme Wetterkatastrophen, massive Migration, Umweltdesaster, Terrorattacken und Cyberkriminalität zu den fünf Top-Gefahren.

Systeme zerfransen

Die fünf Risiken mit dem größten möglichen negativen Einfluss sind dagegen: Einsatz von Massenvernichtungswaffen, extreme Wetter­katastrophen, Wasserengpässe, Naturkatastrophen und das Versagen bei der Eindämmung des Klimawandels. Insgesamt erlaubt die Lektüre der zwölften Ausgabe des Global Risk Report jedoch den Schluss, dass das Jahr 2016 mit seinem rasant anwachsenden Nationalismus, um sich greifenden Populismus und steigender Kritik an den Eliten die vom WEF befragten Experten mehr bewegt haben als die klassischen ökonomischen oder technologischen Fragen. So tragen die Kapitel im zweiten Teil des Reports zum Thema „Soziale und politische Herausforderungen“ sorgenvolle Kapitelüberschriften wie „Ist die westliche Demokratie in der Krise?“ oder „Das Zerfransen der Rechtssysteme…