Erschienen in Ausgabe 2-2017Köpfe & Positionen

Versicherungsombudsmann feiert 15-jähriges Jubiläum

Von Manfred BrüssVersicherungswirtschaft

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Versicherungsombudsmann feiert 15-jähriges Jubiläum

Günter Hirsch zieht Bilanz. In 15 Jahren registrierte der Versicherungsombudsmann 243.726 Beschwerden, davon 160.516 zulässige Beschwerden. Hirsch sagte auf der Jubiläumsveranstaltung, man dürfe die außergerichtliche Streitbeilegung nicht in dem Sinne als Alternative zur Gerichtsbarkeit sehen. Zugleich appellierte er an die Richter, die „außergerichtliche Streitbeilegung nicht als Konkurrenz oder gar als Schattenjustiz“ zu verstehen. Der Staatssekretär im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV), Gerd Billen, würdigte seine Arbeit. Auch Klaus Müller, Vorstand der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) sagte, Verbraucherschlichtung sei für Verbraucher „ein einfacher, schneller und risikoloser Weg, ihre Rechte gegenüber Unternehmen geltend zu machen.“ Der Ombudsmann sorge dabei für Vertrauen bei Verbrauchern und bei Unternehmen. Dies sah auch der GDV-Präsident Alexander Erdland so. „Die Streitschlichtung ist ein Gewinn für Unternehmen und Kunden.“ Im vergangenen Jahr sank der Beschwerdeeingang auf 19.579 von noch 20.827 im Rekordjahr zuvor, das von gut 1.000 Beschwerden geprägt war, die dem Bankenbereich zugeordnet werden müssen. Im letzten Quartal 2016 erreichten den Ombudsmann 5.027 (3. Quartal: 5.111) Eingaben. Der Rückgang im Jahresverlauf habe sich über alle Sparten mit Ausnahme der Rechtsschutzversicherung vollzogen, wie Ombudsmann-Geschäftsführer Horst Hiort erklärte. Hier wirkte sich der VW-Abgasskandal aus. Auch 2016 blieben die Beschwerden gegenüber Versicherungsvermittlern Professor Hirsch zufolge mit etwa 300 gering. Hiort zufolge führten 2016 zwei Komplexe zu einem Anstieg der Beschwerdezahlen in der Rechtsschutzverscherung: Zum einen seien viele Beschwerden zu der Frage eingegangen, ob der Versicherer Kostenschutz bei der Durchsetzung eines Widerrufs von Darlehens- oder Lebenpolicen erbringen müsse. Zum anderen seien Verbraucher im Zusammenhang mit dem VW-Abgasskandal mit den Offerten des Unternehmens oder den Autohändlern nicht zufrieden gewesen. Die Verbraucher hätten ihre Ansprüche (Wandlung des Kaufvertrags/Schadenersatz) wegen der manipulierten Abgas-Software mit Hilfe der Rechtsschutzversicherung durchsetzen wollen, erklärte Hiort der Versicherungs­wirtschaft. Oft hätten Stichentscheide vorgelegen, die von den Rechtsschutzversicherern jedoch als nicht bindend angesehen worden seien. Hirsch: Es zeichnet sich eine Lösung ab, da viele Rechtsschutzversicherer eingelenkt…