Erschienen in Ausgabe 2-2017Schlaglicht

Reguliert uns endlich

Warum eine Berufsausbildung für den Versicherungsmakler sowohl Kunden als auch Versicherer bereichert

Von Michael TokaVersicherungswirtschaft

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Makler und Versicherer sind im Sinne des Kunden dazu angehalten, möglichst reibungslos miteinander zu kooperieren. Der lose Verbund, insbesondere von Courtagezusagen und dem Richterrecht zusammengehalten, bietet viele Möglichkeiten von Streitigkeiten untereinander. Daher ist ein Versicherungsmaklergesetz notwendig, welches diesen Verbund regulieren könnte. Ein solches Regelwerk wünschen sich die Marktteilnehmer, ergab eine empirische Erhebung unter 500 Personen, die über 12.000 Antworten in den Online-Fragebögen abgegeben haben. Anhand der Ergebnisse ist festzustellen, dass sowohl Versicherungsmakler als auch Versicherungsunternehmen viele Bereiche sehen, die im Verhältnis zueinander regulierungsbedürftig sind. Nahezu jeder Teilnehmer sieht die Wahrung des Kundeninteresses und die Regulierung des Berufsbildes des Versicherungsmaklers als oberste Priorität eines Regulierungsschrittes.

Einheitliche Courtagen gefordert

Vor dem Hintergrund, dass viele stets über die Überregulierung klagen, ist es überraschend, dass an diesen Stellen weitere Regulierungsschritte gefordert werden. Hervorzuheben ist ebenfalls, dass es zwischen Maklern und Versicherern häufig nur geringe Unterschiede im Meinungsbild gibt, sodass Streitigkeiten wohl eher auf individuelle, unterschiedliche Sichtweisen zurückzuführen sind als auf grundsätzliche Mängel des Versicherungsmarktes.Dabei umfasst der Wunsch nach einer Neuregulierung viele alltägliche Verhältnisebenen. So werden einheitliche Courtagezusagen befürwortet, sodass Rechte und Pflichten zwischen den beiden Parteien klarer und verbindlicher formuliert werden könnten. Freie Vermittler kritisieren häufig, dass Courtagezusagen einseitig und nicht nach dem Status des Versicherungsmaklers als Sachwalter des Versicherungsnehmers formuliert und ausgestaltet werden.
Einem möglichen Verzicht auf Abschlusscourtagen stehen die Beteiligten ähnlich positiv gegenüber. Dies verwundert kaum, so können bei einer stets laufenden Vergütung viele Problemfelder beseitigt werden. Darüber hinaus kann durch die Umstellung auf die laufende Vergütung insbesondere Verbraucherschützern Wind aus den Segeln genommen werden, indem Vertragsabschlüsse nicht auf hohe Abschlusscourtagen zurückgeführt werden können. Das in diesem Zusammenhang stehende AVAD-Verfahren könnte an Bedeutung und somit seine Daseinsberechtigung verlieren, weil das größte Risiko, die Nichtwiedereinbringlichkeit von gezahlten Abschlusscourtagen, nicht mehr existent wäre. Der…