Erschienen in Ausgabe 12-2017Köpfe & Positionen

Radikale Erneuerung.

Zu Trends & Fakten: „Lebensversicherer lösen Beben aus“,

Von Markus EschbachVersicherungswirtschaft

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Jetzt, da Anbieter bestätigt haben, auch für erheblich größere Portfolien eine Übertragung oder einen Verkauf in Erwägung zu ziehen, ist das Modell Run-off ins breite Scheinwerferlicht gerückt und wird von allen Seiten beleuchtet. Viele Fragen werden gestellt, auch kritische. Das ist legitim und sollte als selbstverständlicher Teil des Reifeprozesses dieses neuen Marktsegments betrachtet werden. Wiederkehrende Fragen sind insbesondere: Was machen externe Bestandskonsolidierer anders als „normale“ Versicherer? Werden sie für ihre Kunden nur das Allernötigste tun? Bleiben die Ansprüche der Vermittler gewahrt? Es ist im Interesse aller, hier durch „Marktedukation“ ein Maximum an Transparenz herzustellen und so Vertrauen auf- und auszubauen.
Etablierte Versicherer etwa sind hochintegriert mit, historisch bedingt, oft extrem heterogenen Systemlandschaften. IT-Projekte dauern deshalb gern fünf, mitunter zehn Jahre und erfordern gigantische Ressourcen. Die Bestände benötigen aber schnellere und ressourcenschonendere Lösungen. Spezialisierte Anbieter sind dazu in der Lage, eine optimal auf das Bestandsmanagement zugeschnittene Infrastruktur ohne Rücksicht auf lange Etabliertes und frei von Konzernstrukturen binnen kurzer Zeit aufzubauen. Das Prinzip der Viridium Gruppe dabei: Radikale Erneuerung. In dieser Überzeugung wurde die gesamte IT- und Systeminfrastruktur von Heidelberger Leben und Skandia „über Bord geworfen“. Das Ergebnis: Die Zahl der IT-Kernkomponenten wurde von 150 auf rund 35 reduziert, die Bestandsführungslandschaft um zwei Drittel verschlankt. So praktiziert, kann ein externer Bestandsmanager in der Tat erheblich schneller und effizienter agieren. Logik und Vorteile der so standardisierten Systemlandschaft fußen auf der Größe und Stabilität des Gesamtbestands. Es ist im ureigenen Interesse von Bestandskonsolidierern, dass ihre Kunden die Verträge maximal lange weiterführen. Die Überschussbeteiligung ist einer von mehreren Faktoren, die über die Zufriedenheit entscheiden. Wird effizient zu niedrigen Kosten gearbeitet, profitieren die Kunden automatisch über höhere RfB-Rückstellungen und schlussendlich die Überschussbeteiligung.
Vermittler verfolgen den Wechsel eines Bestands sehr genau. Sie haben die Verträge vermittelt, stehen bei den Kunden im Wort und haben Provisionsvergütungsrechte erworben. Bestandsmanager übernehmen alle Vermittlerbeziehungen und stehen für diese ein. Der Anspruch auf die vereinbarten Provisionsarten bleibt also von…