Erschienen in Ausgabe 12-2017Märkte & Vertrieb

Prävention statt Reaktion

Versicherer lassen Potenziale des Internet of Things im Schadenmanagement ungenutzt

Von Steffen Freudenberger und Giovanni ZucchelliVersicherungswirtschaft

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Die fortschreitende digitale Transformation eröffnet Versicherern neue technische Möglichkeiten, die erheblichen Einfluss auf das Geschäftsmodell der Zukunft nehmen wird. So sind Versicherungskunden immer häufiger bereit, digitale Kanäle zum Austausch mit ihrem Versicherer zu nutzen und der Online-Abschluss sowie die digitale Verwaltung von Policen zählen mittlerweile zum Standard im Serviceangebot. In anderen Bereichen, wie dem Schadenmanagement hingegen steht die digitale Transformation noch am Anfang und Wertschöpfungspotenziale bleiben bisher weitestgehend ungenutzt.
Die von Bearing Point veröffentlichte Studie zum Stand der Digitalisierung im Schadenmanagement stellt die wesentlichen Trends und Potenziale für Versicherer in diesem Bereich dar. Hierzu wurden 72 Kompositversicherer im deutschsprachigen Raum zum Status Quo der Digitalisierung in den Bereichen Strategie und Geschäftsmodell, Prozesslandschaft sowie IT und Datenmanagement befragt. Die Datenerhebung erfolgte anonymisiert per Online-Befragung auf Vorstands- und Bereichsleiterebene im Zeitraum von Februar bis Juli 2017 und wurde durch Experteninterviews ergänzt. Aus der Studie geht hervor, dass sich Internet of Things (IoT), Analytics und Plattformen zu den wichtigsten digitalen Treibern zur Reduktion von Bearbeitungskosten und Schadenaufwänden sowie zur Steigerung der Kundenzufriedenheit entwickeln werden.

Unendliche Einsatzmöglichkeiten von IoT-basierten Datensätzen

86 Prozent der befragten Versicherer gehen davon aus, dass IoT das Schadenmanagement grundlegend verändern wird. Zunehmend bahnt sich IoT, die Technologie zur Vernetzung physischer Objekte mittels Internet, Sensor- und Satellitentechnik den Weg in die Versicherungsbranche. Bisher bieten zwar lediglich 16 Prozent der befragten Versicherer IoT-basierte Produkte an, jedoch befinden sich über 40 Prozent bereits in der Entwicklung. Vorreiter der Branche war die Kfz-Versicherung, die mittels Telematik-Tarifen das Fahrverhalten, wie Beschleunigung und Geschwindigkeit der risikoadäquaten Prämiengestaltung zu Grunde legte. Ähnliche Tendenzen sind im Rahmen von Smart Home in der Hausrat- und Gebäudeversicherung zu verzeichnen. Rauchmelder, Einbruchsicherung und Heizthermostat stellen Beispiele dar, wie Verbraucher das Eigenheim bequem über mobile Endgeräte überwachen und steuern können. Auch das Schadenmanagement kann davon profitieren. Hier bieten sich Einsatzmöglichkeiten in der Schadenprävention, in den Kernprozessen der…