Erschienen in Ausgabe 12-2017Schlaglicht

Was bringt 2018?

Spitzenmanager aus der Versicherungswirtschaft über strategische Momente im kommenden Geschäftsjahr

Von Versicherungswirtschaft

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Deutschland geht es gesamtwirtschaftlich so gut wie selten in den vergangenen 40 Jahren“, glaubt Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Ein wahres Jobwunder hat die Beschäftigtenzahl auf ein Rekordhoch und die Arbeitslosenzahl auf einen neuen Tiefststand gebracht. Deutsche Exportunternehmen sind global hoch wettbewerbsfähig und fahren Jahr für Jahr Rekorde ein. Der Staat macht riesige Überschüsse von voraussichtlich mehr als 30 Mrd. Euro allein in diesem Jahr.
Die Versicherer ihrerseits dürften ein großes Stück zur wirtschaftlichen Stärke und strategischen Robustheit am Standort D beigetragen haben. Sie sind es, die im Hintergrund die Fäden ziehen, wenn es darum geht, Risiken richtig zu managen und Schäden abzusichern.
Laut zu sein ist die Sache der Versicherer zwar nicht, Ruhe auszustrahlen dafür umso mehr. Aus gutem Grund präsentierte sich die traditionsreiche Branche auch in diesem Jahr in kritischen Situationen zumeist souverän. Die Akteure wissen in ihrer Rolle als volkswirtschaftlicher Stabilitätsanker genau um ihre ökonomische, aber auch um ihre gesellschaftliche Bedeutung.
Gleichwohl sind sich die Insurance-Player dem unternehmerischen Status quo bewusst, Geschäftsstrategien in Zeiten umbrechender Märkte fortwährend neu justieren zu müssen. Niedrige Zinsen, die Dauer-Challenge Regulierung, Hindernisse im Vertrieb oder die digitale Beschleunigung sind nur ein kleiner Auszug von Themen mit inhaltlicher Sprengkraft, die längst einen schleichenden, aber intensiven Bewegungsprozess in den Schaltstellen der Versicherungshäuser eingeleitet haben. In diesem anspruchsvollen Umfeld, zwischen erwartbaren und unverhofften Momenten, inhaltlich wie konzeptionell klug zu kalkulieren, lautet die zentrale Aufgabenstellung.
Nein, das Jahr 2018 wird mit Sicherheit kein Spaziergang für die Versicherungsunternehmen – und Aussagen, die das Gegenteil behaupten, wären wohl nicht allzu glaubwürdig. So sehen das auch die Macher vor und hinter den Kulissen der großen Bühne des Insurance Business. Für das Magazin Versicherungswirtschaft ziehen die führenden Köpfe der Branche exklusive Bilanz über Erfolge wie Misserfolge des noch laufenden und geben Einblicke in Wahrscheinlichkeiten und Ungewissheiten des kommenden Jahres.
Jörg von Fürstenwerth, GDV, Versicherer in Verantwortung » Für die gesamte Branche erwarten wir 2018 ein leichtes Beitragsplus. Das stimmt optimistisch, auch wenn solche Prognosen zu so einem frühen Zeitpunkt natürlich immer auch ein Blick in die Glaskugel sind. Die Altersvorsorge bleibt auch im nächsten Jahr eines der zentralen Themen, mit denen wir uns befassen. Wir wünschen uns eine Politik, die das System der Alterssicherung demografiefest macht. Auch die anderen großen Themen des kommenden sind die des vergangenen Jahres. Ich will nur zwei herausgreifen, die immer häufiger auftretenden – Wetterextreme und die stetig wachsende Cyberkriminalität. Wir Versicherer sehen uns hier in besonderer Verantwortung, denn das Risiko wird insbesondere im deutschen Mittelstand noch immer erheblich unterschätzt.  Mit Blick auf Solvency II möchte ich an die nationalen und europäischen Gesetzgeber appellieren: Bremsen Sie Ihren Regulierungseifer und lassen Sie die Regeln zunächst wirken, bevor sie geändert werden. «
Jörg von Fürstenwerth, GDV, Versicherer in Verantwortung » Für die gesamte Branche erwarten wir 2018 ein leichtes Beitragsplus. Das stimmt optimistisch, auch wenn solche Prognosen zu so einem frühen Zeitpunkt natürlich