Erschienen in Ausgabe 12-2017Schlaglicht

Fake President is Watching You

Euler Hermes mahnt in einer dynamischen Risikowelt zur Vorsicht

Von Ron van het HofVersicherungswirtschaft

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Das deutsche Wirtschaftsjahr 2017 hat die ohnehin schon hohen Erwartungen noch übertroffen. Die Aufträge steigen kontinuierlich und die Produktion läuft auf Hochtouren. Die steigende Nachfrage aus dem In- und Ausland dürfte dazu beitragen, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr um 2,2 Prozent wachsen wird. Aber nicht nur in Deutschland läuft es rund: In Europa zeichnet sich trotz einiger Herausforderungen wie den noch nicht absehbaren Folgen des Brexit eine Beruhigung vor allem in den hochverschuldeten südeuropäischen Ländern ab. Auch in den Schwellenländern stabilisiert sich größtenteils die Wirtschaftslage. Darüber hinaus haben sich die zu Jahresbeginn pessimistischen Prognosen bezüglich der wirtschaftlichen Entwicklung in den Vereinigten Staaten bislang nicht bewahrheitet.
Haben sich die dunklen Wolken, die den Ausblick Anfang 2017 getrübt haben, aufgelöst? Sicherlich nicht, denn an politischen Risiken mangelt es nicht. Nordkorea ist ein Beispiel, aber auch die Unsicherheiten im Nahen Osten nehmen zu. Die Blockade gegenüber Katar und die saudische Anti-Korruptions-Kampagne verunsichern die Märkte, während die Risiken in Russland und der Türkei scheinbar fast schon zur Gewohnheit geworden sind.

Geteiltes Wissen für den doppelten Erfolg

Auch die weltweiten Schuldenberge geben weiter Anlass zur Sorge: Mit 226 Bil. US-Dollar haben sie einen neuen Höchststand erreicht. Gerade hochverschuldete Unternehmen in den Schwellenländern können damit leicht unter Druck geraten, wenn die Zinsen steigen. Die Zinspolitik der FED wird vor diesem Hintergrund ein weiteres Zünglein an der Waage werden, das 2018 maßgeblich über Wohl und Wehe der internationalen Wirtschaftskondition mitbestimmt.
Unabhängig vom konjunkturellen Umfeld erfordert auch die steigende Zahl von Großinsolvenzen mehr Aufmerksamkeit. So mussten im ersten Quartal dieses Jahres weltweit 74 Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 50 Mio. Euro Insolvenz anmelden. Das sind 30 mehr als in den ersten drei Monaten des Vorjahres. Dabei sollte man nie unterschätzen, dass jede Großinsolvenz zu einem branchenübergreifenden Risiko für Lieferanten und Dienstleister in der Wertschöpfungskette werden kann. Weitsichtige Unternehmen stellen sich deshalb auf die verschiedensten Szenarien ein, indem sie ihre Kreditrisiken kritisch analysieren und absichern. Denn Stillstand angesichts bestehender Risiken können sich die wenigsten leisten. Vielmehr gilt es, sich in einem Umfeld zunehmenden globalen Wettbewerbs auf…