Erschienen in Ausgabe 12-2017Unternehmen & Management

Geschlossenheit am großen Festtisch

Wie sich die Versicherungsbranche auf das Weihnachtsfest einstimmt

Von und Wolfgang OtteVersicherungswirtschaft

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Die betriebliche Weihnachtsfeier ist an sich ja eine schöne Institution. Zum Jahresausklang sitzt das Team nett zusammen, man entspannt sich und blickt gemeinsam auf das Jahr zurück. Same Procedure as Every Year, möchte man meinen. Doch was tun, damit es nicht langweilig oder noch schlimmer – peinlich wird. Schließlich ist in den Unternehmen in den Tagen vor dem großen Fest traditionell die Zeit der Verkündungen, aber auch die Zeit für mehr Menschlichkeit. Und gerade letztere kann bekanntlich unverhersehbare Gefahren mit sich bringen.
Im Rahmen von Weihnachtsfeiern wird zum einen Rückblick gehalten und der Erfolge oder auch Nichterfolge des abgelaufenen Jahres gedacht, verbunden mit dem Aufruf, im kommenden Jahr alles besser zu machen. Viel ist die Rede von Motivation, Visionen, Treue zum Unternehmen und hoher Einsatzbereitschaft. Auf der anderen Seite ist das Pannenpotenzial auf keiner Party so hoch wie auf dem Betriebsfest im Advent. Es geht also also um eine richtige Mischung aus Distanz und Nähe. Plumpe Vertraulichkeiten und alkoholgeschwängerte Duz-Angebote sind fehl am Platz. Und Vorsicht: Bei der Firmenfeier sind Partnerin und Partner, ehemalige Mitarbeiter und betriebsfremde Gäste nicht gesetzlich unfallversichert.

Auch der Chef darf ausgelassen sein

Tatsächlich gibt es wohl kaum einen besseren Ort als die Weihnachtsfeier, um die Grundstimmung der Firma und ihr eigentümliches Soziotop zu erfassen, beginnend mit der Eröffnungsrede, die motivierend, dankend oder pessimistisch ausfallen kann. Wer kann mit wem, wer meidet sich, wer hat ein Auge auf wen geworfen? Als Chef bekommt man endlich die Chance, Kollegen mal anders kennenzulernen als es im Joballtag und in knappen Mittagspausen möglich ist. Auf der Weihnachtsfeier sind alle gelöster: Das Jahr ist so gut wie um, die Feier- und Urlaubstage sind zum Greifen nahe. Der feierliche Rahmen schafft einen leichten Ausnahmezustand, indem sich alle etwas herausputzen und Chefs neben Praktikanten das Tanzbein schwingen. Die Hierachien sind ein wenig durchlässiger als sonst.
„Auch die Führungskräfte dürfen auf den Feiern ausgelassen sein“, erklärt Business­coach Carolin Lüdemann. Studien hätten ergeben, dass Arbeitnehmer in Deutschland im Durchschnitt weniger als zwei Stunden im Jahr mit ihrem Arbeitgeber sprechen. „Das ist zu wenig. Mitarbeiterführung gelingt dann, wenn ein Vertrauensverhältnis herrscht. Für Vertrauen braucht es aber einen guten Kontakt zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer.“
Die Expertin…