Erschienen in Ausgabe 11-2017Märkte & Vertrieb

Gut gerüstet für das große Gewitter

Wie die Ostangler Versicherung den Weg zur digitalen Erneuerung beschreitet

Von Nils DietrichVersicherungswirtschaft

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Sie ist eines der Hype-Themen schlechthin. Kein Wirtschaftsbereich wird ausgespart, auch die Versicherungsbranche nicht. Jedes Unternehmen, ob regionaler Anbieter oder Global Player, muss sich der Digitalisierung stellen. Die Ostangler Versicherungen gehen das viel beschworene Thema seit Jahren aktiv an. Nicht zuletzt ein Sturm zeigte, dass sie sich damit auf dem richtigen Weg befinden. Dieser hieß Christian. Es war 2013 als das gleichnamige Tiefdruckgebiet über Großbritannien, Skandinavien und Norddeutschland hinwegzog und dabei eine Schneise der Verwüstung hinterließ. Abgedeckte Dächer, überflutete Keller, verunsicherte Kunden: Der Sturm sorgte in Angeln an der nordöstlichen Spitze der Republik für Chaos. Mittendrin: die Ostangler.

Bewährungsprobe Christian

„Das war seinerzeit eine echte Bewährungsprobe“, erinnert sich Karsten Fischenbeck aus der EDV-Abteilung des Unternehmens heute. Innerhalb von zwei Stunden verzeichnete der Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit nur in den Sparten Wohngebäude und allgemein Sturm ein Stückzahlaufkommen von Schäden wie sonst über alle Sparten hinweg in einem Jahr. Sechs Wochen später folgte mit „Xaver“ ein weiterer schwerer Sturm. Am Hauptsitz in Kappeln an der Schlei standen die Telefone nicht mehr still. „Man muss sich vor Augen halten, dass viele dieser Anrufe keine einmaligen Geschichten sind“, sagt Vorstand Andreas Schmid. „Viele Kunden fragen dann auch mal nach, ob wir die Unterlagen und Schadensfotos schon bekommen haben.“
Das Team der Ostangler legte nach eigenen Angaben Sonderschichten ein, um dieser Extremsituation zügig Herr zu werden. „Wir konnten die Leute sehr schnell und sehr gut beruhigen“, erklärt Schmid zurückblickend. Dass die Ostangler mit 68.000 Mitgliedern so gut durch den Sturm kamen, ist auch ihrer IT zu verdanken. Das Enterprise Content Management System (ECM) nscale der Ceyoniq Technology GmbH ermöglichte seinerzeit allen Mitarbeitern den schnellen und unkomplizierten Zugriff auf die relevanten Informationen zu den Schadenvorgängen, so dass sie jederzeit Auskunft geben konnten über den Status des jeweiligen Verfahrens. „Ohne das System hätte es arge Probleme gegeben, es hat uns gerettet“, betont Schmid. Und nicht nur das: Diese Erfahrungen haben die Verantwortlichen ermutigt, den seinerzeit nur im Schadenbereich genutzten Workflow auch in der Vertragsabteilung zu übernehmen. Den ersten Schritt hin zur Digitalisierung der Verwaltungsabläufe hat das 229 Jahre alte Traditionsunternehmen bereits…