Erschienen in Ausgabe 11-2017Märkte & Vertrieb

„Drei Tage im Silicon Valley genügen nicht, um das Internet zu verstehen“

Starinvestor Carsten Maschmeyer über Erfolg und Scheitern im Versicherungsgeschäft

Von David Gorr und Versicherungswirtschaft

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Versicherungswirtschaft: Herr Maschmeyer, in der Öffentlichkeit positionieren Sie sich als Macher mit dem richtigen Riecher für Erfolgsprojekte. Durch gezieltes Wunschträumen könne es jeder an die Spitze schaffen, schreiben Sie zum Beispiel in Ihrem Buch „Selfmade“. Wie sieht es abseits des Rampenlichts aus? Wo Sie jetzt stehen, haben Sie sich aber bestimmt nicht erträumt. Oder?

Carsten Maschmeyer: Ich komme aus kleinen Verhältnissen, kenne Mangel und auch Hunger. Das prägt und es hilft, die Bodenhaftung zu behalten. Ich hatte das Glück, früh den Sport als Möglichkeit zu entdecken, mir neue Chancen zu erarbeiten. Als Schüler musste ich 12 Kilometer zum Leichtathletik-Training laufen und dann wieder zurück. Ich habe das stets als Vorteil empfunden: Das zusätzliche Training hat mich besser gemacht.
Denn Eigenmotivation, Willenskraft und Durchhaltevermögen – auch wenn es hart ist – sowie der unbedingte Glaube an sich selbst, sind notwendige Eigenschaften und Voraussetzungen für den Erfolg. Mit dieser Einstellung und Erfahrung bin ich auch später den geschäftlichen Herausforderungen begegnet.

Investor, Unternehmer, Berater, Mentor, Netzwerker. Was trifft aktuell am ehesten auf Ihr Tätigkeitsfeld zu und was treibt Sie persönlich an?

Als Investor helfe ich Gründern und finanziere Start-ups. Die Gründer unterstütze ich mit meinem Netzwerk, meiner Vertriebs- und Marketingerfahrung und mit der unternehmerischen Expertise der gesamten Maschmeyer Group. Für die jungen Leute bin ich Coach und Mentor. Im Grunde sind alle der von Ihnen genannten Begriffe ein wichtiger Teil meiner Tätigkeit. Als Oberbegriffe würde ich für meine Aufgabe Ideen-Förderer und Gründer-Unterstützer wählen.

Sie verfügen über jahrzehntelange Berufs- und Lebenserfahrung im Versicherungsvertrieb. Mit dem AWD gelang Ihnen der große unternehmerische Durchbruch. Wie viel Vertriebsgeschick, wie viel strategisches Kalkül war dazu notwendig?

Notwendig war vor allem harte Arbeit über 20 Jahre. Aber es hat den Erfolg sehr begünstigt, dass wir Entscheidungen aus Sicht der Kunden getroffen und uns in den Vermittler hineinversetzt haben. Aus meiner Beraterpraxis wusste ich, dass die Menschen ein breites Angebot an unterschiedlichen Anbietern, Leistungen und Tarifen schätzen. Aus dieser Erkenntnis entwickelte ich die unabhängige Finanzdienstleistung mit AWD. Wir waren das analoge Modell zu den heutigen großen Vergleichsportalen wie Check24 oder Verivox und damit absoluter Vorreiter der gesamten Branche. Für das…