Erschienen in Ausgabe 11-2017

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Von Dr. Dirk SolteVersicherungswirtschaft

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Dein Produkt kann ich richtig groß machen.“ So oder so ähnlich klingen Versprechen, die in der Castingshow „Die Höhle der Löwen“ von einer fünfköpfigen Jury im gegenseitigen Wechselspiel vorgetragen werden. Gesucht werden Gründer mit großen Visionen und möglichst kleinem Ego – Teamplayer ohne Starallüren sozusagen. Auch Carsten Maschmeyer, einer der besagten Juroren, ist, um es im entsprechenden Jargon zu formulieren, richtig groß geworden. Sein persönlicher Türöffner: der Finanzvertrieb AWD. Der Investor dürfte wissen, wie es ist, Unternehmen aufzuziehen, anzuleiten und nach vorne zu bringen. Ganz ohne Nachhall und Getöse ist seine Karriere beziehungsweise seine Methode „Karriere zu machen“ aber nicht. Damals als Anpeitscher eines Strukturvertriebs und Finanzjongleur in der Kritik, heute als Politiker-Freund und Businessman argwöhnisch beäugt. Immer wieder ist der Unternehmer heftigem Gegenwind ausgesetzt. Manchen eilt ihr Ruf eben weit voraus.
Im exklusiven Interview (Seite 28) für die Versicherungswirtschaft haben die Redakteure David Gorr und Michael Stanczyk mit einem Carsten Maschmeyer gesprochen, der Ideen fördert, Startupper fordert und mit Versicherern hart ins Gericht geht. Zwischen eigener unternehmerischer Vergangenheit und Gegenwart scheint er dabei sichtlich um klare Trennlinien bemüht.
Nichts ist so beständig wie der Wandel, besagt die mittlerweile fast schon phrasenhaft verwendete Formel, die zu unternehmerischer Achtsamkeit aufruft und zum Fortschritt animiert. So oft man die strategische Rezeptur wiederholt und so ungern man sie hört, ihr Inhalt lässt sich kaum bestreiten. Getreu dem Motto „Das Bessere ist der Feind des Guten“ wird Veränderung zum einen vom Streben nach Fortschritt getrieben. Hinzu kommen Abschreibungszyklen und Gewohnheiten der investiven Erneuerung.
Den Prozess der schöpferischen Zerstörung verstärkend wirkt dabei die Konkurrenz um Teilhabe in einer auf demokratischen Prinzipien basierenden Marktordnung, die auf eine optimale Ressourcenallokation zur Maximierung der Wertschöpfungsfähigkeit ausgerichtet ist. Für die Unternehmen als Anbieter bedeutet dies eine mittlerweile nahezu kontinuierliche Permanenz von Entscheidungssituationen, in denen der richtige Weg gefunden werden muss – ob in der Rückversicherung (Titelreport ab S. 14), im Kfz-Geschäft (S. 46) oder im Umgang mit der Leben-Sparte (Themenstrecke ab 58). Das ist alles andere als leicht, da wir in einem dynamischen, vielfach rückgekoppelten ökonomischen, sozialen…