Erschienen in Ausgabe 10-2017Unternehmen & Management

Kommunikation von Finanzdienstleistern unter der interdisziplinären Lupe

Von Dominic EggerVersicherungswirtschaft

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Verständlichkeit und Transparenz sind die typischen Merkmale der Kommunikation von Banken und Versicherern. Mit dieser Aussage provozieren die Herausgeber zu Beginn ihres Sammelbands „Kommunikation für Banken und Versicherer“, um gleich zu konstatieren: Die Finanzkommunikation bleibt hinter ihren Möglichkeiten zurück, gerade nach der Krise habe das Vertrauen in die Branche deutlich abgenommen. Womit wir schon mitten im Thema wären.
Kommunikatoren in Versicherungsunternehmen und Banken stehen vor der Herausforderung, ein erklärungsbedürftiges Geschäft, von den Fachabteilungen häufig in komplexer Sprache beschrieben, in gemeinverständliches Deutsch zu übersetzen. Die 24 Beiträge von Kommunikatoren, Wissenschaftlern und Beratern sollen diesen Kraftakt leichter machen. Und tatsächlich eignen sich gerade die Praxisbeispiele – von sozial-ökologischer GLS Bank über Fitch Ratings hin zur Swiss Life – sehr wohl als Inspirationsquelle für die eigene Unternehmenskommunikation. So lässt sich beispielsweise der GDV bei seiner Arbeit im Newsroom über die Schulter schauen und Fitch Ratings verraten, mit welcher Strategie sie die Spezialzielgruppe Finanzvermittler erreichen wollen.
Der andere Teil des Buches betrachtet Finanzkommunikation analytisch und verbindet die Darstellung von Trends mit aktueller kommunikations- oder sprachwissenschaftlicher Forschung: Einige Beiträge wie zur empirischen Bewertung der Qualität von Presse-Arbeit oder dazu, wie Big Data den klassischen Presse-Spiegel ersetzen könnte, befruchten die Praxis sicherlich, andere verlieren sich etwas im linguistischen Fach. Auch hat das Buch eine kleine Schlagseite in Richtung Banken.de
Marcus Reinmuth, Inga Ellen Kastens und Patrick Voßkamp (Hrsg.): Kommunikation für Banken und Versicherer; 359 S., ISBN 978-3-7910-3566-6; 49,95 Euro; Schäffer-Poeschel Verlag, 1. Aufl. 2016, Stuttgart.