Erschienen in Ausgabe 10-2017Unternehmen & Management

„Junge Talente sind häufig von unserem Spirit überrascht“

Alexander Vollert, Vorstandsvorsitzender der Axa Deutschland, über Parallelwelten in der Belegschaft und agile Arbeitsstile

Von Versicherungswirtschaft

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Versicherungswirtschaft: Wieso sollten sich kreative Köpfe mit Mut zum Risiko Ihrer Meinung nach für eine Karriere bei Axa entscheiden und nicht etwa bei einem hippen Start-up?

Dr. Alexander Vollert: In den letzten Jahren hat sich vieles bei uns verändert. Dazu gehört auch ein agiler Arbeitsstil. Ich beobachte überall im Unternehmen eine große Offenheit, eine höhere Dynamik und kürzere Entwicklungszyklen. Wir möchten neue Ideen und Services ausprobieren, ihren Mehrwert früh für Kunden testen und auf der Basis von Prototypen entscheiden, ob wir sie weiterentwickeln oder verwerfen wollen. Vor allem Methoden aus dem agilen Umfeld wie Kanban oder Design Thinking werden unternehmensweit wichtiger. Hier überlegen wir auch, wie wir ressortübergreifend voneinander lernen können.

Ist es bei einem Großunternehmen wie der Axa möglich, „sein Ding“ durchziehen zu können?

Wir bieten ein professionelles Umfeld, in dem sich Menschen sinnstiftend und gestaltend einbringen können. Die Möglichkeit, tatsächlich „mein Ding“ machen zu können, ist in einem kleineren Unternehmen relativ einfach machbar. In einem Großunternehmen ist es schon eher eine Herausforderung. Wir beschäftigen uns derzeit daher intensiv mit der Frage, wie wir für unsere Mitarbeiter ausreichend Gestaltungsfreiräume schaffen können. Hierzu gehören Themen, wie konkret sich die Arbeitsumgebung verändern muss, wie Entscheidungskompetenzen geregelt werden müssen oder welche Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen, um mit anderen in einen laufenden Austausch treten und so Neues entwickeln zu können. Als sichtbaren Ausdruck dieser neuen Unternehmenskultur führen wir gerade bundesweit ein neues Raumkonzept ein. Den ersten Standort im „New Way of Working“ haben wir gerade eröffnet.

Als Global Player ist Axa eher peripher davon betroffen, doch gelten Versicherer vor allem bei Studienabsolventen nicht unbedingt als attraktive Arbeitgeber. Wie erklären Sie sich das?

Axa ist ein attraktiver Arbeitgeber und wir werden regelmäßig ausgezeichnet. Beispielsweise durch Focus Money mit dem Siegel „Top Karriere Chancen“. Wir tun auch viel dafür. Besonders gut schneiden wir in der Regel in den Kategorien Entwicklungschancen, Gesundheits- und Familienförderung, Zusatzleistungen, Innovationskraft und Mitarbeitertreue ab. Wir wissen aber auch, dass wir unter dem Image unserer Branche leiden, da sich das Image eines Produkts natürlich in gewisser Weise auf die Arbeitgebermarke überträgt: Das Thema Versicherung ist emotional selten…