Erschienen in Ausgabe 10-2017Schlaglicht

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Social Influencer Marketing soll die Glaubwürdigkeit der Versicherer steigern, doch der große Coup gelingt nicht immer

Von Sascha SchulzVersicherungswirtschaft

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Eine Teildisziplin des Online-Marketings erhitzt zurzeit die Gemüter: Social Influencer Marketing. Damit ist es möglich, nahezu jeden dazu zu bringen, über das eigene Versicherungsangebot zu publizieren. Social Influencer können alle sein, die etwas im Web veröffentlichen. Der große Vorteil von Publikationen, die Influencer für einen posten, ist der andere Blickwinkel, aus dem Produkte beschrieben werden. Die Glaubwürdigkeit kann hier höher sein als bei unternehmenseigenen Publikationen. Die Reichweite spielt eine eher untergeordnete Rolle, die Involvierung der Leser in die angebotenen Beiträge ist viel entscheidender.
Von Microbloggern, privaten Anwendern mit Facebook-Aktivitäten oder eigenen Hobbyblogs über textstarke Profiblogger mit umfangreicheren Spartenangeboten in eigenen Blogs und intensiven Aktivitäten in Gruppen sozialer Netzwerke wie Xing und Linkedin bis zu Videobloggern – also Youtube-Stars wie Shirin David, die mit Millionen Aufrufen extrem hohe Popularität genießen – der Bogen ist weit gespannt. Alle Content-Formate kommen infrage: Text, Fotografie, Infografik, Präsentation und Film. Selbst Mitarbeitende einer Versicherungsgesellschaft können sich zu Social Influencern entwickeln, wenn sie ihr Expertenwissen öffentlich teilen.
Doch stimmt es wirklich, dass sich hiermit effizient Neukunden gewinnen lassen? Richtig ist, dass Social Influencer Marketing eine Chance darstellt, das Storytelling über Produkte zu verbessern: Externe bringen eine Reiseversicherung, eine Kfz-Versicherung, eine Krankenversicherung, aber auch eine Gewerbeversicherung in einen anderen Kontext. Sie können vordergründig neutraler agieren, vergleichen und manchmal auch testen. Das schafft Mehrwert.
Mit Influencer-Kampagnen können zunehmende Reichweiten- und Interaktionsverluste bei Online-Werbung in Suchmaschinen und auf sozialen Netzen kompensiert werden. Fremdbeiträge verbessern unter bestimmten Umständen auch die SEO-Relevanz, also die Auffindbarkeit in Suchmaschinen.

Lange Texte, keine Tabus

Richtig ist aber auch, dass Influencer Marketing unzählige Möglichkeiten bietet, um die eigene Botschaft zu streuen. Das macht diese Disziplin immer noch sehr aufwändig, da mit mehreren Kooperationspartnern individuelle Briefings und Modelle der Zusammenarbeit vereinbart werden müssen. Es gibt zwar immer mehr Koordinations- und Controlling-Tools, die das vereinfachen. Versicherer sind dennoch gut beraten, zunächst erst einmal soziale Medien (auch auf Führungsebene) zu verstehen und…