Erschienen in Ausgabe 10-2017Köpfe & Positionen

Im Profil Barbara Schick

„Führung definiert sich über die Persönlichkeit und nicht das Geschlecht“

Von Wolfgang OtteVersicherungswirtschaft

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Barbara Schick weiß mit Risiken umzugehen, sowohl beruflich als auch privat. Seit nunmehr sieben Jahren ist die Managerin Mitglied des Vorstands der Konzerngesellschaften der Versicherungskammer Bayern zuständig für die Schaden- und Unfallversicherung. Als Frau fühle sie sich in der Führungsriege des größten öffentlich-rechtlichen Versicherers in Deutschland „besser denn je“.
Noch sind in der Versicherungsbranche weibliche Vorstände keine Selbstverständlichkeit, auch wenn deren Anteil stetig größer wird. Mit Isabella Pfaller etwa kommt 2018 ein weiteres weibliches Vorstandsmitglied hinzu. Die in Stuttgart geborene und in München aufgewachsene Schick ihrerseits erinnert sich an die „vielen Weisheiten“ außenstehender Ratgeber zu Beginn ihrer Vorstandszeit. Eine davon war, dass sich eine Frau gegen mehrere Männer gar nicht durchsetzen könne. Eine weitere, vielleicht sogar noch gravierendere, dass eine Frau im Laufe ihrer Karriere zum Mann werde. „Weder das eine noch das andere ist bei mir eingetreten“, betont die 57-Jährige.

Herzenssache Frauenförderung

Zum Thema Frauen in Führungspositionen hat Schick eine recht pragmatische Einstellung. „Über Jahrhunderte gab es nun mal die Vormachtstellung der Männer. Deshalb kann man nicht erwarten, dass sich alles von heute auf morgen verändert.“ Allerdings hält die Juristin mit zweiter Staatsprüfung nichts von Quoten. „Wer Leistung und Einsatz zeigt, Qualität bringt und bereit ist, sich auf neue Aufgaben einzulassen, kann beruflich seinen Weg gehen.“ Sie habe nie eine gläserne Decke verspürt.
Nach einer neuen Studie sollen Frauen die besseren Chefs sein, weil sie klarer in der Kommunikation, offener für Innovationen und besser und gewissenhafter in der Unterstützung ihrer Mitarbeiter seien. Das habe positive Auswirkungen auf die Produktivität. Schick enthält sich einer Bewertung dieser Forschungsergebnisse. „Führung definiert sich über die Persönlichkeit und nicht das Geschlecht.“ Der Frauenanteil in der Versicherungskammer indes liegt bei über 50 Prozent. Zudem ist rund jede vierte Mitarbeiterin Führungskraft. Mit einem gewissen Stolz weist Schick darauf hin, dass der Frauenanteil in den Vorständen aller Konzerngesellschaften bei knapp 20 Prozent liege, im Holdingvorstand sogar zukünftig bei 25 Prozent und somit mehr als doppelt so hoch wie in der Branche. Schick gilt in der Wahrnehmung von außen als ausgesprochen führungsstark. Sie selbst sagt dazu: „Verantwortung übernehmen, klare Entscheidungen treffen und…