Erschienen in Ausgabe 10-2017Märkte & Vertrieb

Deutschland AG in Chinas Warenkorb

Nach seiner Beteiligung bei der Deutschen Bank will der Konzern HNA auch beim Branchenprimus Allianz einsteigen

Versicherungswirtschaft

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Anfang September hat die Taikang Life zusammen mit dem Hurun Forschungsinstitut, das auf die Untersuchung von Einkommen und Vermögen der Bevölkerung in China spezialisiert ist, ein Weißbuch über die Versicherung der sogenannten High-End-Sozialschicht veröffentlicht. Als High-End-Schicht definiert man die Personen, die über ein Vermögen von umgerechnet mindestens 1,3 Mio. Euro verfügen. Zu dieser Bevölkerungsgruppe sollen derzeit 1,47 Millionen Menschen in China zählen, eine Steigerung von 9,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Für die Menschen dieser Gruppe ist Sicherheit anscheinend das A und O. Im Durchschnitt zahlt eine High-End-Person jährlich ca. 8.900 Euro Beitrag für die verschiedensten Versicherungen. Über 90 Prozent haben eine Privatkranken- und -rentenversicherung. Das Weißbuch stellt fest, dass pro Familie und Jahr durchschnittlich ca. 3.380 Euro Beitrag für die Privatkrankenversicherung gezahlt werden muss. Für 84 Prozent der Befragten soll „die Präzision der Diagnostikverfahren aufgrund der modernen medizinischen Ausstattung“ die Hauptmotivation für eine Privatkrankenversicherung sein. 77 Prozent bzw. 62 Prozent der Befragten gaben als Motiv die „genussvolle medizinischen Umgebung“ bzw. den „Zugang zu qualitativ hochwertigen Medikamenten“ als Beweggründe an, während der Aspekt „möglichst hohe Rückerstattungen durch den Versicherer“ als Präferenzgrund mit nur 30 Prozent nicht allzu gewichtig in die Entscheidungsfindung fällt.

Besitzstruktur der HNA-Gruppe ist eine Blackbox

Die chinesische HNA Group, die ein Großaktionär der Deutschen Bank ist, soll sich bei der Allianz Versicherung nach einer Beteiligungsmöglichkeit erkundigt haben, wie auch einige chinesische Medien berichteten. Nach informierten Kreisen wurde das Gesuch jedoch von der Allianz abgelehnt.
Die HNA-Group heißt Hainan Airline und wurde 1992 durch den Piloten Chen Feng mitgegründet. Derzeit verfügt das Unternehmen über ca. 170 Flugzeuge. In der ersten Hälfte dieses Jahres wurde ein Umsatz von ca. 3,7 Mrd. Euro erzielt. Die Ambitionen des Unternehmens beschränken sich nicht nur auf den Flugbetrieb. Die HNA ist gleichsam auf der weltweiten Bühne der Akquisitionen sehr aktiv. Im Ausland hat die Gruppe in den letzten sechs Jahren nach einer Recherche der Zeitung Financial Times mindestens 19 Mrd. US-Dollar investiert. Dazu gehören der Erwerb von Anteilen an der Hotelkette Hilton und Beteiligungen an 14 ausländischen Service-Gesellschaften für Airlines. Vor Kurzem ist der US-Technikkonzern…