Erschienen in Ausgabe 10-2017Trends & Innovationen

Schaden-Prisma September 2017

Blockierte Aufräumarbeiten: Drei schwere Erdbeben innerhalb von zwei Wochen lassen Mexiko erschüttern

Von Dominic EggerVersicherungswirtschaft

Lesen Sie den vollständigen Artikel

Erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln unserer Fachzeitschriften und Publikationen.
Mexiko kommt nicht zur Ruhe. Das erste Erdbeben der Stufe 8,2 hatte zwar rund 100 Menschen im Süden des Landes den Tod gebracht, die Hauptstadt blieb jedoch verschont – zunächst. Knapp zwei Wochen später folgte ein mit Stufe 7,1 etwas schwächeres Beben, dafür war es umso folgenreicher: Das Epizentrum befand sich im Bundesstaat Morelos und damit nur noch 123 Kilometer von der Mexiko-Stadt mit ihren 8,9 Mio. Einwohnern entfernt. Dort sowie in der Metropole Puebla mit 2,5 Mio. Menschen richtete es verheerende Schäden an.
160 Menschen starben allein in Mexiko-Stadt, lebend konnten in den folgenden Tagen nur rund 70 Menschen geborgen werden. Mindestens 44 Gebäude stürzten aufgrund der Erschütterungen ein, 7.000 Gebäude und 5.000 Schulen wurden beschädigt. Aus der Fassade des Arbeitsministeriums stürzten ganze Betonplatten, nachdem es stark beschädigt wurde. Das Fundament der mexikanischen Hauptstadt gilt als besonders fragil, schließlich wurde sie auf dem Lehmboden eines ausgetrockneten Sees gebaut. Der vermeintlich feste Boden unter den Häusern verwandelt sich bei starken Erschütterungen zu Staub. Das Land befindet sich außerdem in Erdbeben-Region. Kurz vor den Erschütterungen wurde noch eine Erdbebenübung abgehalten.
Vor 32 Jahren hatte Mexiko-City ein schweres Erdbeben mit damals 10.000 Todesopfern heimgesucht. Seitdem waren zahlreiche Gebäude erdbebensicher gemacht und die Baubestimmungen entsprechend angepasst worden. Experten warnten jedoch immer wieder, die getroffenen Maßnahmen reichten weder aus, noch seien sie flächendeckend umgesetzt. Nun zeige sich, dass sie recht hatten, analysiert Aon Benfield. Die Gesamtzahl der Opfer schätzen die Behörden mittlerweile auf 320 Personen. Zudem sind rund 40 Prozent der Haupststädter und 70 Prozent der Bewohner von Morelos ohne Stromversorgung, erklärte Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto. Die Regierung setzte 3.000 Soldaten ein, um die Bergungsarbeiten zu beschleunigen. Behindert wurde dies durch ein drittes Erdbeben der Stärke 6,1 nur vier Tage nach dem zweiten.
Das Rekordbeben im Jahr 1985 hatte zehn Mrd. US-Dollar an ökonomischen Schäden verursacht. Das aktuelle Schaden-Ereignis könnte zwischen einer und zehn Mrd. US-Dollar liegen, schätzt die United States Geological Survey (USGS). Versicherer Talanx und seine Tochter Hannover Rück steltlen wegem dem Erdbeben ihre Gewinnziele in Frage.

Schwerer Chemie-Brand bei US-Autozusteller im Sauerland

Ein einfacher Wasserrohrbruch führte Mitte September wohl zu dem…