Erschienen in Ausgabe 10-2017Trends & Innovationen

Alte wählen Merkel und bekommen Jamaika

Ein Bündnis aus Union, FDP und Grünen bringt frischen Wind in die Rentenpolitik

Versicherungswirtschaft

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Ob die dramatischen Verluste für Union und SPD auch Auswirkungen auf die Versicherungswirtschaft haben, ist noch nicht absehbar. Die Alten haben zumindest Angela Merkels vierte Kanzlerschaft gerettet. Die Wähler ab 60 Jahren stimmten zu 41 Prozent für die CDU/CSU, bei den Frauen unter ihnen war es mit 47 Prozent sogar fast jede zweite. Derzeit läuft noch das Geschacher um die Regierungsbildung. Da die SPD in die Opposition geht, muss Merkel mit FDP und Grünen weiterregieren. „Für die Altersversorgung könnten sich daraus einige neue Impulse ergeben“, glaubt Klaus Morgenstern, Sprecher des Deutsches Instituts für Altersvorsorge. „Die FDP hat mehrere gute Ideen in ihrem Wahlprogramm, von denen einige durchaus auch für die Grünen akzeptabel sein könnten.“ Im Wahlkampf setzte sich die FDP für die Idee des Alterskorridors ein, in dem die Bürger selbst über den Renteneintritt entscheiden können. Die CDU könnte sich laut Morgenstern für diesen Vorschlag erwärmen, da sie mit der Flexirente bereits in Richtung Flexibilisierung des Rentenübergangs marschiert. Auch der Einführung eines säulenübergreifenden Online-Rentenkontos, auf dem jeder seine künftigen Rentenansprüche ablesen kann, steht nichts mehr im Wege. Bislang gab es von den Jamaika-Parteien dazu nur positive Äußerungen. Spannend wird es um die Garantierente, die bei den Grünen im Wahlprogramm steht. „Mit der Union allein wäre sie vielleicht umsetzbar. In einem Dreier-Bündnis mit der FDP ist dieses Konzept schwer vorstellbar“, betont Morgenstern. Widerstand aus der Opposition bezüglich der Rentenpolitik wird nur von der SPD erwartet. Denn die AfD entlarvte sich bereits am Wahlabend, als sie auf Sachthemen angesprochen wurde. „Ich gebe zu, dass wir kein ausgearbeitetes Rentenkonzept haben“, sagte der zukünftige AfD-Fraktionsvorsitzende Alexander Gauland. vw