Erschienen in Ausgabe 1-2017

Klimaresilienz.

Von Dr. Dirk SolteVersicherungswirtschaft

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Der Begriff Klimaresilienz ist mein persönlicher Vorschlag für das Wort des Jahres 2017. Zum einen macht es klar, dass wir uns des Klimawandels und der damit verbundenen Risiken bewusst geworden sind. Zum anderen aber geht es um den übertragenen Sinn des Begriffs. Welchen klimatischen Wandel wird die neue US-Regierung in globalen Beziehungen bringen (siehe Interview Seite 8)? Ist die Europäische Union in Hinblick auf diesen Wandel resilient? Wie reagieren wir auf den gesellschaftlichen Klimawandel, die Politikverdrossenheit, Radikalisierung und Verrohung, die zunehmende Abschottung und die Entdemokratisierungstendenzen in Europa?
Das Neue Jahr startet mit einer Fülle neuer Aufgaben, während die alten „Baustellen“ noch nicht abgearbeitet sind. Zu den Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise, deren Ausgangspunkt bald zehn Jahre zurückliegt gehört eine erhebliche Störung des Klimas des Vertrauens. Eine Versicherungswirtschaft, die sich ihrer Verantwortung bewusst ist, reagiert darauf nicht mit Maßnahmen zur Stärkung der Resilienz, sondern mit einem besonderen Engagement, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen.
Sicherheit im System: Für dieses Themenmotto hat sich die Redaktion der Versicherungswirtschaft zum Jahresauftakt 2017 in einem von Unsicherheiten geprägten Markt­umfeld bewusst entschieden. Bei den Machern des Insurance-Business mit ihren geschärften Sinnen für das Risiko steht dieser Claim für ein natürliches unternehmerisches Selbstverständnis. Auch im Asset-Management spiegelt das System Sicherheit die aktuelle Marschroute der Finanzakteure wider. Nicht ohne Grund. Schließlich sind die Kapitalanlagen aller deutschen Erst- und Rückversicherer mit aktuell rund 1,5 Bil. Euro ein wertvolles Gut, das es zu beschützen gilt. Gerade weil zugesagte Verpflichtungen gegenüber den Kunden erfüllt werden müssen, schlägt das Pendel bei strategischen Ausrichtungsfragen im Investment-Management heute immer stärker in Richtung Risikovermeidung aus. Das sieht auch Immo Querner so. „Unser Ziel ist es, unter den gegebenen Rahmenbedingungen den maximalen Ertrag aus dem zur Verfügung stehenden Risikokapital herauszuholen“, erklärt der Talanx-Finanzchef im exklusiven Titelinterview. „Der Renditemaximierung in unseren Kapitalanlagen ist aber eine klare Grenze gesetzt.“
Warum es sich die Versicherer leisten können, konservativ anzulegen und welche Anlage­strategien die führenden Konzerne verfolgen, erfahren Sie im Titelreport ab Seite 14.
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